Der erste Seetag auf der AIDAluna

Früh waren wir wach an unserem ersten von insgesamt 5 Seetagen. Jetlag, eindeutig aber nicht zu ändern… Das kommt davon, wenn man türkises Karibikmeer haben will anstatt trüber Nordsee.

Es stellte sich aber nun die Frage, und jetzt? An diesem ersten Tag siegten noch die guten Vorsätze. Nein, man wird auf der Kreuzfahrt nicht zunehmen, man macht ja Sport. Also los. Vor 8 waren wir also schon im Fitnessstudio, welches im Gegensatz zu so manch anderem Sporttempel auf See einen recht netten Eindruck macht. Sicher, man hat nicht die gewohnten Geräte von daheim und mit dem Seegang ist das auch alles viiiiel anstrengender aber eine halbe Stunde reicht ja auch. Wir sind ja schließlich im Urlaub!

Von der Ausstattung her verfügt der Sportbereich auf der AIDAluna über knapp 10 Crosstrainer, eine handvoll Fahrräder und in etwa ebenso viele Laufbänder. Eine Auswahl an Kraftgeräten komplettiert das Essemble. Es reicht aus, aber etwas Ausgefallenes wird man nicht finden. Wer Bewegung sucht, wird aber sicherlich versorgt sein. Sportkurse werden ebenfalls angeboten, an Seetagen auch über den Tag verteilt, also nicht nur für die Frühausteher, die wir an diesem einen Tage ausnahmsweise einmal waren. Von der Dauer her sind diese auf 30 oder 45 Minuten angelegt und reichen im Belastungsgrad von einfachen Dehnungsübungen bis harten Cadio- und Kräftigungskombinationen. Man will sich den Kuchen am Nachmittag ja auch erarbeiten! Alles in allem kann man daher getrost feststellen, dass AIDA mit ihrem Fitnessangebot vorn dabei ist.

Nach Sport und Duschen machten wir uns auf, das Frühstück zu sondieren. Auch dabei gibt es Besonderheiten: Wer Pancakes oder Omelette haben möchte, sollte sich an die „Weite Welt“ halten (Teil 1, hinter dem hinteren Treppenhaus). Wer mehr wert auf eine reiche Aufschnittauswahl legt, sollte ins „Marktrestaurant“ (Deck 9) gehen, obwohl hier bei anhaltend starken Andrang öfter einmal Leere am Buffet herrscht. Wer entspannt essen will, der geht ins „Bella Vista“ (Deck 11), das war zumindest unser Eindruck und unsere bevorzugte Wahl.

Das „Bella Vista“ ist das kleinste Buffetrestant und ist zu einem großen Teil mit Theken-artigen Tischen und Hockern eingerichtet. Die Auswahl ist etwas geringer, dafür geht es  weniger hektisch zu. Das „Marktrestaurant“ scheint hingegen bei vielen routinierten AIDA Reisenden der Standard zu sein. Man sucht sich den Standardtisch und den Standardkellner, bekommt den Standardwein serviert und sitzt standardmäßig bis zum Ende der Essenszeit, denn die Getränke sind inklusive. Nein, ohne Scherz und Vorurteil, zumindest wir fühlten uns im Marktrestaurant eher Fehl am Platz. Man hatte oftmals den Eindruck nun gerade jemandem seinen Standardtisch weggenommen zu haben und der Standardkellner servierte uns nur verhalten den Standardwein. Bis zum Ende der Essenszeit sind wir nie geblieben, da gibt es aus unserer Sicht viele andere Dinge zu entdecken.

Nach dem ersten Frühstück unserer Reise machten wir uns auf die Suche nach unserem neuen Lieblingsplatz auf dem Schiff. Da wir nicht zu den Sonnenanbetern zählen – auch der hellen Haut des Herrn Ehemann geschuldet – mussten wir uns keine Sorgen machen, keine Liege mehr abzubekommen. Unser Käptain machte ohnehin mehrfach deutlich, nichts dieser deutschen Unsitte zu halten und drohte, notfalls die Route mit Kurs auf eine Regenfront zu ändern, sollte keine freiwillige Einsicht herrschen. Das hat wohl vereinzelt gewirkt aber wie gesagt, diese Problematik ist für uns von geringem Belang.

Statt dem Sonnendeck wählten wir die Fernsehinseln zu unserem Basecamp/Gammelort. Was für Dinger? Fernsehinseln sind runde, mit vielen Kissen ausgestattete Liegeflächen, welche auf Deck 11 rund um das Theatrium angeordnet sind. Ein Kopfhöreranschluss und ein Bildschirm ermöglichen es fern zu sehen oder auch die Präsentationen im Theatrium bequem im Liegen zu verfolgen. Natürlich kann man auch lesen oder Karten spielen oder einfach nur rumliegen, in dieser oder anderer Reihenfolge. Unserer ersten Wahl sind wir daher auch die gesamte Reise über treu geblieben, an Seetagen mit den üblichen Unterbrechungen durch die Essenszeiten.

So verlebten wir unseren ersten Seetag recht entspannt. Schauten eine Urlaubspräsentation, gingen Mittagessen. Ein bisschen lesen und Karten spielen, Kaffee trinken. Kunstauktion geguckt, zum Abendessen fertiggemacht und dann wieder einmal essen fassen. Auf so einem Clubschiff kann man sich aber natürlich auch zwangsbespaßen lassen, wenn man das denn möchte. Neben den erwähnten Sportangeboten stehen die sog. „Gastgeber“ (aka Animateure) mit zahlreichen Angeboten zur Verfügung. „Skattreff mit Ihren Gastgebern“, „Dart mit Tobi“, Shuffleboard mit Lisa“, „Let’s schätz“, „Volleyball“, „Tischtennistreff“ usw. usw. Wer sich hier ernsthaft langweilt, sollte vor der eigenen Haustür mit der Fehlersuche beginnen.

Nach dem Abendessen waren wir dann gespannt auf die Entertainmentqualitäten der AIDAluna. Vom Konzept her ist das Abendentertainment so aufgebaut, dass es in der Regel eine Show gibt, welche um 19 Uhr und dann noch einmal um 21 Uhr aufgeführt wird. Das können Musicals, Gesangsshows, Theaterstücke, Comedyeinlagen oder auch Tanz- und Akrobatikshows sein. Dabei sind die Shows recht kurzweilig und dauern auch lediglich eine 3/4 Stunde. Von der Qualität her sind sie sehenswert. Dies haben wir schon auf der AIDAsol festgestellt und wurden auch auf der AIDAluna nicht enttäuscht. Die Musicaldarsteller machen ihre Sache solide bis fantastisch – klar, da gibt es auch mal Unterschiede – und auch die Schauspieler, Tänzer und Gastkünstler kann man als sorgfältig ausgewählt bezeichnen. Es wirkt alles in allem professionell und wir haben uns gut unterhalten gefühlt.

Wir kamen pünktlich zur Primetime ins Theatrium, um 20 Uhr. Die Primetime, eine Art Talkshow, die vom jeweiligen Entertainmentmanger bzw. in unserem Fall von einer  Entertainmentmanagerin moderiert wird, kann man wohl als Ausfluss des Club-Gedankens der AIDA bezeichnen. Das Format kombiniert ein All-good-news Update aus der Heimat, wahlweise Rückblicke oder Ausblicke auf die Reise, interaktive Publikumsspiele und in der Regel ein Interview mit einem Crewmitglied oder Künstler. Man soll mitgenommen werden. Kein Nebeneinander, sondern ein Miteinander inklusive Gemeinschaftsgefühl. Club halt. Wer das nicht mag, der kann dem auf der AIDA zwar auch entgehen, man sollte sich dann aber fragen, ob es Sinn macht, AIDA zu fahren.

Die Show an diesem Abend war die Vorstellung der „AIDA Stars“, also der Musical-Darsteller. Wo auf anderen Schiffen die Animateure gehyped werden, sind es auf der AIDA die Gesangsternchen, welche standmäßig aus 3 Weibchen und 3 Männchen bestehen. Jeder der 6 darf sich nun in der ersten Show mit persönlichem Einspieler und einem Solo-Stück präsentieren und das Publikum für die weitere Reise gleich zu Anfang von sich begeistern. Da das Showprogramm der AIDA insgesamt sehr gesangslastig ist, wird man diese 6 aber auch noch öfter zu sehen kriegen. Wir jedenfalls ließen den Abend nach der Show jetlag-geschuldet ausklingen.

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