Wie war’s in Ocho Rios, Jamaika?

Am dritten Reisetag legten wir zum ersten Mal an. Es sollte der erste von 2 Stopps auf Jamaika sein.

Früh morgens erreichten wir Ocho Rios und wurden bereits eine Stunde zuvor etwas unsanft von den Vorbereitungen im nahen Maschinenraum geweckt. Auf der weiteren Reise würden wir noch lernen, diese Geräusche zu ignorieren. An diesem Morgen entschied ich mich aber dafür auf Deck 5 zu gehen und ein paar Fotos vom Einlaufen zu machen, während Basti sich schon einmal im Ignorieren übte.

Ocho Rios ist eine recht kleine Stadt und liegt in einer hübschen Bucht. Ein kleiner aber sehr schöner Sandstrand zieht sich mehrere hundert Meter innerhalb der Bucht entlang, bevor ein größeres Hotel die weitere Küste für sich in Anspruch nimmt. Kurz nach Sonnenaufgang wirkte alles noch friedlich und beschaulich.

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Sonnenaufgang

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Das Ufer im Morgengrauen

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Sonnenaufgang

Nach dem Frühstück machten wir uns auf Richtung Ort, da wir keinen Ausflug vorreserviert hatten. Die Dunn’s River Falls sollen sehr schön sein. Die Fotos, die wir vorab gesehen hatten, hatten uns aber einigermaßen abgeschreckt. Wir haben kein Bedürfnis, Hand in Hand mit anderen Gästen in einer langen Schlange den Wasserfall hochzuklettern, vielen Dank der Nachfrage.

Unser freundlicher Kellner im „Bella Vista“ wies uns darauf hin, dass es lediglich ein Kilometer entlang der Straße zu Fuß sei, um zum Ort zu gelangen. Wir sollten uns nicht von der „Mafia“ vorm Schiff ein Taxi aufschwatzen lassen. Gesagt getan, wir zogen also zu Fuß los, wurden aber fast durchgehend von Einheimischen begleitet, die uns eine Taxifahrt, einen Ausflug oder was zu rauchen verkaufen wollten. Freundlich aber bestimmt lehnten wir wieder und wieder ab. Wir blieben dabei immer höflich und wurden auch nicht beschimpft, wie man es aus anderen Ländern teilweise kennt, wenn man ein Angebot ablehnt. Bei all der Penetranz mit welcher die Einheimischen hier ihre Waren und Dienstleistungen anbieten, sollte man sich stets verinnerlichen, dass die Leute dort maßgeblich vom Tourismus leben. Man sollte den Menschen dort daher zumindest mit dem nötigen Respekt begegnen. Das haben wir von Mitreisenden aber auch anders erlebt und fanden ein solches Verhalten sehr bedauerlich.

Nicht unterschätzen sollte man auch, dass auf Jamaika ein gewisses Kriminalitätsrisiko herrscht. Unsere Bordzeitung wies uns für den heutigen Hafen daher darauf hin, nur kleine Mengen an Bargeld mitzunehmen, sowie keine Uhren oder auffälligen Schmuck zu tragen. Im Falle eines Überfalls sollte man keine Gegenwehr leisten.

Bei strahlendem Sonnenschein und bulliger Wärme begannen wir Ocho Rios zu erkunden, merkten aber schnell, dass nicht viel Ort zu finden war. Eine vielbefahrene Hauptstraße führt parallel zum Strand durch den Ort und wird gesäumt von unscheinbaren kleinen Läden, welche allerdings nicht von Interesse von uns waren. Verkauft wurde dort im Wesentlichen Touristenramsch in Jamaikafarben und Geschnitztes. Wir hatten eigentlich Jamaikanischen Kaffee (am besten den Blue Mountain Kaffee) kaufen wollen, fanden aber keinen vertrauenswürdigen Laden, der etwas entsprechendes führte.

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Straßen von Ocho Rios

Auch hatten wir uns vorgenommen Jamaikanisch Essen zu gehen. Die Adresse eines authentischen Restaurants hatten wir uns rausgesucht und folgten der Hauptstraße weiter weg vom Strand in den Ort hinein. Hier kam es uns allerdings zunehmend zwielichtig vor. Die Straße wurde kaputter und dreckiger und auch die Häuser waren zunehmend in schlechtem Zustand. Es mag Einbildung gewesen sein, aber die Einheimischen beäugten uns auch zunehmend irritiert. Auf diesen Straßen waren sehr wenige Touristen unterwegs, merkten wir. Das Restaurant war leider auch nicht dort, wo es auf unserer Karte vermerkt war und so machten wir uns auch den Rückweg Richtung Strand.

Für 3 Dollar Eintritt gelangt man auf den kostenpflichtigen, öffentlichen Strand. Liegen und Schirme kosten extra. Wir legten uns mit unseren Handtüchern in den Schatten eines Baumes und genossen erst einmal den Ausblick. Dieser wurde mittlerweile dominiert von der MSC Divina, welche inzwischen am Hauptanleger des Ortes festgemacht hatte. Zusammen mit unserer AIDAluna im Hintergrund bot sich ein schönes Kreuzfahrtfoto.

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Bucht von Ocho Rio

Das Meer war etwa laue 27 Grad und der ebene Sandstrand lief flach ins Meer hinein. Hier herrschten optimale Karibik-Bade-Temperaturen und wir nahmen die Gelegenheit ausgiebig war. Da auch andere AIDA-Gäste an diesem Strand waren – erkennbar an den weiß-gelb gestreiften Handtüchern – hatten wir keine Bedenken unsere Sachen am Strand liegen zu lassen. Ab und zu kamen Einheimische vorbei und boten an, etwas zu trinken zu holen oder gaben sich als „farmer“ aus, um uns abermals jamaikanisches Gras zu verkaufen. Es bedarf wohl keiner Erwähnung das wir ablehnten. Ein fun-fact zum Marihuana-Konsum auf Jamaika: Unserer Einschätzung nach ist dies recht weit verbreitet, der Geruch begegnete uns in Ocho Rios nicht gerade selten. Interessant ist dabei, dass schon das Rauchen einfacher Zigaretten in der Öffentlichkeit auf Jamaika verboten ist. Der Kauf und Besitz von Drogen wird sogar mit Geld- oder Haftstrafe  geahndet. Man sollte sich also gut überlegen, ob man das Angebot der freundlichen „farmer“ annimmt.

Die Getränkepreise am Strand waren – auf den ersten Blick – keine Schnapper. Das einheimische Bier (red stripe) kostete pro Flasche 4 Dollar, der typische Rumpunsch 6 Dollar. Wir investierten lediglich in das letztere Getränk und erhielten einen handelsüblichen Plastikbecher mit einer grell-pinken Flüssigkeit: unser erster Rumpunsch. Wir kannten ja den Begriff aber das wars bis dahin auch schon. Was Rumpunsch nun ist? Im Prinzip ganz einfach. Ein riesiger Schuss Rum gemischt mit Fruchtpunsch, einem roten, vorgemixten Getränk, dass man in der Karibik oft in großen Kanistern vorfindet und das sehr durchdringend nach mittelschwer künstlichem Fruchtkonzentrat schmeckt. Also nicht falsch verstehen, das ist total lecker und für die Menge Rum darin sind 6 Dollar auch wieder angemessen. Ob in Fruchtpunsch aber tatsächlich Frucht drin ist, muss bezweifelt werden.

Nach ein paar Stunden am Strand, machten wir uns wieder auf zurück Richtung Schiff. Beim Spazierengehen fanden wir dann noch ein kleines Touri-Dorf (das „Island Village“) in der Nähe des Eingangs zum Anleger der MSC Divina. Hübsch gestaltet und absolut künstlich warteten eine handvoll Bars und Andenkenlädchen auf die Touristen, die von vorneherein nicht das Ziel haben, den eigentliche Anlegeort zu sehen. Stattdessen kann man bei Jimmy Buffet’s Margeritaville einen Cocktail trinken und einen Burger essen und auf die Bucht schauen.

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Caribbean Flair

Wir jedenfalls machten uns auf den Rückweg zum Schiff, um uns für den Abend und die übliche Mischung aus Essen und Entertainment fertig zu machen und unseren ersten Karibiktag Revue passieren zu lassen.

4 Gedanken zu “Wie war’s in Ocho Rios, Jamaika?

  1. Anders kann man Ocho Rios ansich nicht zusammenfassen. Dazu noch sehr treffende Tipps zum Umgang mit Einheimischen. Hat mir gefallen, das zu lesen, viele Kreuzfahrer und andere Touristen machen sich gar keinen Kopf, warum „die da draussen“ so geschäftstüchtig sind. Weil man eben von Sonne, Strand und Meer allein nicht überleben kann! Schade, dass ihr nicht doch ein Taxi genommen habt. Der Taxifahrer hätte euch sicher eine Alternative zu den Dunns River Falls vorgeschlagen und so hättet ihr auch ein wenig vom Land selbst gesehen. Das sind für mich die absoluten Nachteile von Kreuzfahrten: Man kratzt immer nur an der Oberfläche der besuchten Orte. Gute Reise und lieben Gruss- Dörthe

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    • Ja, bei Kreuzfahrten kriegt man in der Regel nur einen Eindruck, das stimmt. Man kann ja aber immer wieder kommen! In Ocho Rios liegen wir bestimmt mal wieder, dann schauen wir uns mal das Hinterland an. Vorher schauen wir dann mal, ob wir uns einen lokalen Anbieter suchen. Haben schon das ein oder andere Mal was zu lokalen Führern gelesen. Wir werden sehen! 😉

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