Mittelamerikanisches Lebensgefühl auf Cozumel, Mexiko

Am fünften Tag legten wir früh morgens um kurz vor 6 in Cozumel an und parkten rückwärts ein. Warum wir das wissen? Weil es in unserer Maschinenraum-nahen Kabine auf Deck 4 so richtig laut wird, wenn das Schiff rückwärts fährt. Da von Cozumel aus verschiedene Ausflüge auf das Festland angeboten werden, mussten wir aber früh festmachen. Immerhin dauert ein Ausflug zur Maya-Stätte „Chichén Itzá“ 12 Stunden.

Wir drehten uns nach dem Anlegen einfach noch einmal um, da wir wiederum keinen Ausflug gebucht hatten und uns lieber die Insel auf eigene Faust ansehen wollten. Ich machte mich um halb 9 auf zum „Morgengruß“ Sportkurs, welcher wegen des guten Wetters draußen auf dem Sportdeck stattfand. Inhaltlich waren es hauptsächlich Dehnungsübungen, was aber auch genügen sollte, da wir an diesem Tag rund 24.000 Schritte zurücklegen würden.

Nach dem Frühstück ging es von Bord, den Ort erkunden. Da wir an dem Anleger „Punta Langosta“ genau vor dem Hauptort der Insel „San Miguel de Cozumel“ festgemacht hatten, waren wir gleich mitten drin im Trubel. Vom Anleger kommend muss man ein Shoppingcenter, hauptsächlich bestehend aus Andenken- und Schmuckläden, durchqueren. Wir stellten das Shoppen erst einmal für später zurück und gingen zunächst an der Promenade nach Norden. Diese bietet zur einen Seite einen idyllischen Ausblick auf das Meer und das mexikanische Festland in der weiten Ferne. Auf der anderen Seite ist die Promenade gesäumt von kleinen Läden, in denen man alles kaufen kann von Klamotten bis kubanischen Zigarren. Dazwischen befinden sich immer wieder kleine Bars und Restaurants, die mit „free wifi“ werben und preiswerte Margeritas anbieten.

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Ufer von Cozumel

 

Etwa auf Höhe des Fähranlegers zum Festland begaben wir uns Richtung Ortskern. Am Fähranleger war zu dieser Zeit – etwa 11 Uhr morgens – eine sehr lange Schlange. Wer lediglich mal die Luft am Festland schnuppern will, kann das Warten bis zum Übersetzen um diese Zeit wohl noch in Kauf nehmen. Wer aber auf dem Festland noch eine weitere Strecke zurückzulegen hat, der sollte sich sehr viel früher am Fähranleger einfinden, damit sich der Ausflug tatsächlich lohnen kann – oder man nicht riskiert das Schiff am Abend zu verpassen. Man sollte nämlich auch immer die Kreuzfahrttouristen mit gebuchten Ausflügen im Kopf haben, welche in aller Regel „first priority“ beim Besteigen der Fähren erhalten. Auf eigene Faust kann man durchaus einmal sehr viel länger auf eine Fähre warten als geplant. Wir für unseren Teil waren froh, uns für die Erkundung der Insel entschieden zu haben und nicht in der Hitze Schlange stehen zu müssen.

Da die Stadt im Schachbrettmuster angelegt ist, kann man systematisch die kleinen Gassen mit den süßen bunten Häuschen erkunden. Auch hier befinden sich viele kleine Läden und eine unerschöpfliche Auswahl an Gastronomie. Alles sieht sehr gepflegt und aufgeräumt aus. Sicherlich ist auch einmal ein etwas bis schwer vernachlässigtes Gebäude darunter, insgesamt ist uns aber aufgefallen, dass im Großen und Ganzen unablässig gepinselt und gefegt wurde. Man kann sich daher ruhig etwas Zeit zum Schlendern nehmen.

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Innenstadt

 

Wer nicht selbst gehen mag, kann aber auch eine der zahlreichen Kutschen nehmen und sich auf diese Weise die Insel entspannt vom Einheimischen Kutscher zeigen lassen.

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Kutscher

 

In einer Gasse fanden wir das „Woody’s“, eine kleine Bar mit mexikanischen Essen, XXL-Cocktails und W-Lan. Letzteres war zu diesem Zeitpunkt unser Hauptfokus, um nun erst einmal ein paar Urlaubsfotos in die Heimat zu schicken und die Emails zu checken. Wir genemigten uns dazu jeder ein lokales Bier (Dos Equis und Tecate) und schauten uns die hübsche Umgebung an. Insgesamt waren merklich sehr viele Touristen unterwegs. Da sich in Cozumel noch ein weiterer Kreuzfahrtanleger im Süden befindet, dürften es vielfach Kreuzfahrttouristen gewesen sein. Im Laufe des morgens hatte neben uns bereits die MSC Divina zum Wiedersehen angelegt, am südlichen Anlieger konnte man aus der Entfernung mehrere Royal Caribbeans und Carnival’s liegen sehen.

In diese Richtung wollten wir nun gehen, um uns die Promenade auch gen Süden noch einmal anzusehen und ev. auch einmal die Füße ins Wasser zu halten. Laut Karte sollten es etwa 2 km bis zum südlichen Anleger sein, bei der Hitze kam es uns aber schnell sehr viel weiter vor. Mit etwas Enttäuschung mussten wir zudem feststellen, dass die Küste Cozumel’s an dieser Stelle nicht aus weichem Sandstand, sondern aus scharfkantigem Vulkanstein besteht. Ein Badestopp war daher nicht drin. Wer Sandstrand dringend möchte, muss ein Taxi zu einem der Strände im Süden der Insel, etwa 10 km vom Anleger entfernt, nehmen.

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Südanleger

 

Vereinzelt finden sich entlang der Promenade Beach-Club’s welche Getränke und Essen, sowie Strandliegen anbieten. Wer also Wasserschuhe dabei hat oder schlicht auf die Erfrischung im mexikanischen Nass verzichtet, der kann es hier bestimmt auch einen halben Tag aushalten.

Der Weg zum südlichen Anleger ist aber, wie gesagt, sehr weitläufig und die Schiffe in der Entfernung kamen nur sehr langsam etwas näher. Wir waren schon an dem Punkt, an welchem wir dankbar für jede Wolke am Himmel waren. Wir legten daher auf halben Weg in einer Bar einen Flüssigkeitstopp ein und konnten einer Gruppe Schnuppertaucher bei den ersten Versuchen zusehen. Das klare Meer und die steinige Küste sind fürs Tauchen und Schnorcheln offensichtlich gut geeignet. Wir nutzten die Rast für eine kurze Lagebesprechung und entschieden uns, den Rückweg anzutreten und uns lieber das gastronomische Angebot der mexikanischen Insel näher anzusehen. Gesagt, getan.

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Uhr am Parque Benito Juarez

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Parque Benito Juarez

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Läden am Parque Benito Juarez

Zurück im Ort hielten wir am „Parque Benito Juarez“ an einer kleinen Bar und bestellten uns Nachos con queso und Margeritas zu happy hour Preisen – 2 für 6 Dollar.  Hier, am offen gestalteten und hübsch begrünten Platz, finden sich viele Artisten und Musiker ein, die – natürlich für ein kleines Trinkgeld – den Gästen in den anliegenden Bars und Restaurants etwas vorführen und die Zeit vertreiben.

Nach den Nachos hatten wir nun aber doch richtigen Hunger bekommen und kehrten zurück ins „Woody’s“, da wir dort bereits am Morgen die Speisekarte studiert und für gut befunden hatten. Außerdem erinnerten wir uns an die XXL-Cocktails in den hübschen bunten Gläserns. Der Kellner begrüßte uns freudig zurück und wir stellten ebenso freudig fest, dass der Nachmittag hier mit Live-Musik eingeläutet wird. Wir lehnten uns daher entspannt zurück und genossen erst die Musik…

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Woody’s

 

… und dann unsere original-mexikanischen und wirklich sehr leckeren Burritos mit Rind und Chimichangas (fritierte Mini-Burritos) mit Shrimps und natürlich unseren XXL-Margerita – zum teilen.

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Lunch Mex-Style

 

Das „Woddy’s“ können wir mit ruhigem Gewissen weiter empfehlen und versprachen auch dem netten Kellner beim Abschied, wiederzukommen, wenn wir das nächste Mal auf Cozumel anlegen.

Nun wollten wir zum Abschluss aber noch das obligatorische Souvenir ergattern. Nachdem wir uns etwas in den zahlreichen Andenkenlädchen umgesehen hatten, fiel die Entscheidung: wir wollen einen bunten Totenkopf, das Wahrzeichen des „Día de los Muertos“, dem mexikanischen Tag der Toten. Bis genau der richtige gefunden wurde, dauerte es natürlich etwas. Die Leserinnen wissen wovon ich rede! 😉 Aber wir fanden ihn:

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Totenkopf

Noch eine Starbuckstasse von Cozumel gekauft und dann waren wir bereit zurückzukehren auf unser Schiffchen.

Das Abendentertainment fiel heute etwas mau aus aufgrund der vielen langen Ausflüge, was uns nach diesem aktiven Tag aber nicht weiter störte. Am nächsten Tag sollte unser erster gebuchter Ausflug stattfinden, also begaben wir uns nach einem späten Abendessen direkt auf die Kabine und konnten sehr gut schlafen.

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