Auf nach Malle, zur Mein Schiff 1!

In unsere 11-tägige Atlantikküstentour mit der Mein Schiff 1 starteten wir schon am Vorabend des eigentlichen Ablegens, also soz. am Tage 0.  Da wir zwischen dem Tag 0 und dem Tag 1 aber nahezu nicht schliefen, dürfte es legitim sein, einen einzigen Tagebucheintrag daraus zu machen. Es war nämlich wieder einer dieser langen, langen Reisetage, die man aber natürlich gern auf sich nimmt, um das zu genießen, für das sich die ganze Mühe lohnt: Die wohlverdiente Traumkreuzfahrt! 😉

Wir starteten also am Vorabend mit dem letzten Zug Richtung Bundeshauptstadt, denn von Berlin aus mussten wir erst einmal in Richtung des 17. Bundeslandes, Mallorca. Geflogen wurde von Berlin Tegel (TXL), auch wenn das ein oder andere Absperrband die kryptische Bezeichnung BER trug; wohl eine vergessene Tempelanlage oder so…

Um 1 Uhr morgens in Berlin angekommen, stellten wir jedenfalls fest, dass ein Hauptstadtbahnhof nicht durchgängig geöffnet sein muss. Allein der Mc Donald’s im Untergeschoss gewährte uns Unterschlupf, denn auch der Flughafen ist über Nacht (bis 4 Uhr morgens) geschlossen, wie uns eine freundliche Taxifahrerin mitteilte. Wir hatten also 3 Stunden bei Mc’s zu überbrücken. Eine etwas angestaubte Jugendaktivität aber man verlernt ja nicht, im Schneckentempo am 1-Euro-Cappuccino zu nuckeln.

Mit dem ersten Flughafenshuttle um 3:52 Uhr für 2,80 EUR pP fuhren wir letztendlich nach Tegel, checkten ein und warten noch ein wenig weiter bis wir pünktlich unsere Maschine besteigen konnten. Das lief alles ganz problemlos und einmal im Flugzeug die Augen zugemacht und wir waren auch schon da. Malle ist ja auch gleich neben an.

In Palma de Mallorca am Flughafen nahmen wir nach dem üblichen Fußmarsch unsere Koffer in Empfang und begaben uns auf die idiotensichere Schnitzeljagd entlang der Mein Schiff Mitarbeiter/innen, die einen zielsicher zu den Bussen lotsen. Nach einer kurzen Orientierungsfahrt durch Palma kamen wir schließlich nach 12 Stunden Anreise in unserem temporären Zuhause an.

Da die Kabinen bei den Mein Schiff-Schiffen geschlossen erst um 15 Uhr freigegeben werden, ließen wir unseren Koffer im Bus zurück – diese werden dann am Nachmittag vor die Kabine gestellt – und gingen erst einmal zum Frühstück. Wir wählten das Buffetrestaurant „Ankelmannsplatz“ auf Deck 11. Hier fanden wir einen Vierertisch, ein bisschen was Leckeres von Allem und den ersten Begrüßungssekt von Mein Schiff.

An dieser Stelle schließt sich der logische Hinweis auf das sog. „Premium Alles Inklusive“-Konzept von Mein Schiff an. Primärer Punkt ist dabei, dass jede Menge Alkohol inklusive ist, denn die anderen mit dem Konzept beworbenen Leistungen (zB. Service am Platz, Sportangebote und Kinderbetreuung) haben auch viele andere Anbieter standardmäßig auf Halde. Das soll nun nicht despektierlich klingen aber es ist schlicht das, worauf man es herunterbrechen kann: „Alles Inklusive“ = „all inclusive“ = AI. Kennste aus Türkei oder Ägypten? Ja, so ähnlich nur tatsächlich hochwertiger, also nicht nur die Lokalalkoholika sondern „Markengetränke“, wie es TUI zutreffend beschreibt.

Das bieten nicht allzu viele Kreuzfahrtanbieter an (aber NCL etwa). Zumeist muss man ein Paket dazubuchen, das mitunter einen mehr oder weniger horrenden Tagespreis kostet oder zahlt schlicht jedes Getränk einzeln. Das muss man hier nicht, vorausgesetzt man legt keinen Wert auf Ausgefallenes wie etwa Champagner oder sog. „exklusive“ (an Bord der Mein Schiff synonym sowohl gleichbedeutend mit „erlesen“/“gehoben“ wie auch mit „vom Reisepreis ausgeschlossen“) Spritousen. Insoweit ist das „Premium Alles Inklusive“-Konzept ehrlicherweise zu konkretisieren: Alles ist eben doch nicht inklusive, wer möchte kann durchaus einige zusätzliche Euros für „exklusive“ Genüsse an Bord lassen. Ob das bei dem ohnehin bereits aufgrund eben dieses Konzeptes erhöhten Reisepreises immer angemessen ist, kann man sich durchaus an einigen Stellen fragen. Für die Luxus-Getränke ist dies nachvollziehbar, die 19 EUR für den Origami-Faltkurs mochten wir aber nicht so ganz verstehen. War das spezielles Papier? Hoffentlich.

Anyway, etwas Alkoholisches oder natürlich auch etwas Antialkoholisches bekommt man auf diesen Schiffen problemlos und in aller Regel ohne weitere Zuzahlung. Dass der Kellner einen dann auch einmal komisch anschaut, wenn man eben mal keinen Alkohol bestellt, sondern nur einen Tee („with Rum?“), erscheint dabei nicht weiter befremdlich. Auch wenn wir bei unserer Reise keine offensichtlich betrunkenen Menschen angetroffen haben, gibt die 360 Grad Sicht in den Bars doch die eindeutige Auskunft, dass viele Gäste das Angebot der Mein Schiff gern wahrnehmen.

Nach dem Frühstück machten wir unsere private Schiffsbegehung. Wir hatten uns das Schiff bereits vorher ausführlich online angeschaut und fanden das Meiste problemlos. Dass die Geschichte der Mein Schiff 1 allerdings als „Galaxy“, ein Schiff der amerikanischen Celebrity Cruises, im Jahre 1996 begann, kann allerdings nicht völlig vertuscht werden. Allein die etwas asymetrische Anordnung der Decks ist typisch amerikanisch. Was das bedeutet? Man kann nicht überall gleichermaßen auf Backbord und Steuerbord langgehen. Auch auf Deck 5 kommt man in der Mitte des Schiffs nicht weiter. Manchmal findet man sich halt vor einer verschlossenen Tür und findet ein Schild vor, dass einem erklärt, dass man hier eben nicht langgehen kann und beschreibt den verwirrten deutschen Gästen den Weg.

Ebenfalls eine Nachwehe des amerikanischen Zeitalters ist das Theater, das noch immer im goldenen Las Vegas-Chic der 90er Jahre daherkommt. Beige Sitzbänke werden gesäumt von lauschig beleuchteten Tischchen, welche rechtfertigen, dass in diesem Theater ausnahmsweise Getränke konsumiert werden können (im Gegensatz zum Getränkeverbot im Theater der Mein Schiff 4). Letztlich fällt auch das Casino aus dem deutschen Rahmen. Es ist riesig und man darf dort rauchen, auch wie in Las Vegas. Übrigens, ein wirklich schöner Lounge-Spot findet sich versteckt hinter dem Casino, die sog. Aussicht Bar. Hier stehen ein paar Sesselchen und eine Art Liegen auf dem offenen Heckdeck. Leider waren diese ständig belegt, man muss wohl Glück haben oder dort schon früh am Tage campen…

Nach kurzer Debatte entschieden wir uns dagegen, noch einmal nach Palma rein zu fahren. Mein Schiff bietet zwar ein Shuttle für 9 EUR pP hin und zurück an, wir waren aber gerade erst im Herbst mit den Schwiegereltern auf Malle gewesen. Wir blieben daher bis zur Öffnung der Kabinen an der Naschbar, dem Café der Mein Schiff 1, an welcher man auch „exklusive“ Schokoladen und Pralinen erwerben kann. Sofern das Schiff nicht fährt, werden ein paar Tische auf dem Promenadendeck (Deck 6) Steuerbord aufgestellt und man kann zwar ohne Sonne aber immerhin an der frischen Luft eine Kaffeespezialität genießen. Eine Auswahl an Pralinen und Trüffeln probierten wir und befanden sie für gut (exklusive Leistung: 0,90 EUR pro Stück).

Die Zeit ab Öffnung der Kabinen bis zum Abendessen nutzten wir zum Frischmachen, dann gingen wir zu unserem ersten Abendessen im „Atlantik-Klassik“-Restaurant. Das ist das À la carte-Inklusiv-Restaurant der Mein Schiff 1, welches sich über die Decks 5 und 6 im Heck erstreckt und Platz für knapp 1000 Personen bietet. Hier kann man sich aus 2 verschiedenen Menüs (das Schlemmer-Menü und das Ganz Schön Gesund-Menü) ein 5-Gänge Menü zusammenstellen. Dabei kann man natürlich auch weniger Gänge nehmen. Da die Portionen ohne zu pralen aber als übersichtlich zu bezeichnen sind, sollte man sich das gut überlegen, wenn man wirklich satt werden will. Dazu aber später mehr.

Die obligatorische Seenotrettungsübung fand um 21:15 Uhr statt. Auf der Mein Schiff 1 kann man darauf geruhsam bei einem Getränk an der Bar warten, denn der Weg zurück auf die Kabine, um die Rettungsweste zu holen, bleibt einem erspart. Auch der Treffpunkt befindet sich auf der Mein Schiff 1 bequem im Innenbereich des Schiffs und man muss nicht auf dem Promenadendeck herumstehen. Man soll sich ja halt wohlfühlen, auch wenn man sich für den Ernstfall präpariert. Fix war die Chose um und wir gingen zur Sail Away Party und dem Willkommenssekt auf das Pooldeck. Hier stellte die Kreuzfahrtdirektorin (woanders Entertainmentmanagerin) sich und die übrigen Akteure vor und die Band gab ihren Einstand. Da uns danach verrückterweise immer noch nicht nach Schlaf zumute war, gingen wir noch weiter in die Abtanzbar und tja, tanzten ab. Zumindest soweit es die etwas eigenwillige Musikauswahl des DJ’s möglich machte. Tief in der Nacht probierten wir es dann letztendlich doch noch einmal mit Schlaf, nicht dass man das ausgerechnet im Urlaub verlernt…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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