Was wir im idyllischen Cadiz empfehlen können!

Auf unserer Transreise nach Hamburg war der erste Anlegehafen Cadiz. Die andalusische Stadt gilt als eine der ältesten in Westeruropa und liegt ca. 100 km von Gibraltar entfernt, also im Süden von Spanien. Die Stadt ist auf eine Landzunge gebaut deren äußerste Spitze von der historischen Altstadt eingenommen wird. Heute würden wir uns diesen sehenswerten Teil der Stadt genauer ansehen und vor allem erlaufen –  mit insgesamt 20.000 Schritten…

Vor dieser Reise hatten wir uns natürlich ausführliche Gedanken darüber gemacht, ob wir für den jeweiligen Anlegehafen einen Ausflug buchen wollen würden und wo wir lieber auf eigene Faust auf Tour gehen wollten. Im Grunde kommt man bei den meisten Häfen unserer Route ganz gut ohne gebuchten Ausflug zurecht. Wir machen das in ersten Linie immer erst einmal davon abhängig, wo das Schiff liegt und was die Entfernung zum Ort ist. Fußläufig spricht immer für einen Ausflug auf eigene Faust. Gute Bus- oder Metroverbindung ist auch aktzeptabel. Da wir in der Regel Orte anfahren, die wir bisher noch nicht kennen, macht das für uns auch erst einmal Sinn. Spazierengehen können wir schließlich ganz gut allein und das Hinter- oder Umland kann man bei einem weiteren Besuch immer noch besuchen. Wenn das Schiff aber ab vom Ort liegt, womöglich noch in einem beschaulichen Containerhafen, fängt die Überlegung an, einen organisierten Ausflug zu buchen. Das hängt selbstredend auch wiederum vom Angebot ab und auch maßgeblich vom Preis der Reedereiausflüge. Die deutschen Anbieter haben recht humane Preise, die amerikanischen sind hingegen recht teuer. Als vermittelnde Lösung kann das Angebot eines einfachen Transfers durch die Reederei dienen oder man schaut, ob man einen lokalen Anbieter mit guten Bewertungen oder Erfahrungsberichten vorab über das Internet findet. Hier ist aber die Frage, ob sich so eine private Tour für 2 oder in unserer jetzigen Situation für 4 Personen preislich rechnet. Bei Taxis sollte man sich vorab gut informieren oder schon beim Einsteigen einen Festpreis vereinbaren, damit nicht später das böse Erwachen kommt.

Das alles war für unseren Besuch in Cadiz ohne Belang. Wir hatten uns vorab einen Flyer der Touristinfo von Cadiz mit 4 verschiedenen Stadtrundgängen ausgedruckt und dem wollten wir zumindest grob folgen und auf die Weise Cadiz selbst erkunden.

Das Schiff legte an diesem Morgen bereits um 07:00 Uhr an. Wir bekamen davon nichts mit. Mit unserer Innenkabine hatten wir dieses Mal Glück, sie war in der Schiffsmitte gelegen. Die Schwiegereltern hatten hingegen eine Außenkabine ziemlich weit vorn im Bug zugewiesen bekommen und wurden ebenso zeitig vor dem Anlegen geweckt, wie es bei uns auf der AIDAluna am Schiffsheck der Fall gewesen war.

Wir verließen das Schiff letztlich gegen halb 10 nach einem entspannten Frühstück im Atlantik-Klassik. Auch dort ist ein Frühstücksbuffet aufgebaut und es geht etwas ruhiger zu als im Ankelsmannsplatz. Pfannkuchen, French Toast und Omlett kann man beim Kellner bestellen und bekommt es frisch zubereitet.

Vom Schiff aus gingen wir Richtung Altstadt und gleich an der ersten Fußgängerampel rechts hinüber zum Plaza de España mit dem schicken Denkmal zur Verfassung von 1812. Wir wollten erst einmal Kultur sehen und danach vll. noch ein wenig shoppen. Wir ignorierten daher den Touristenwegweiser Richtung „Shopping Area“. Unser Rundkurs führte uns stattdessen vorbei an vielen schönen Gebäuden und die Strandpromenade hinauf Richtung Parque Genovés.

 

 

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Denkmal zur Verfassung von 1812

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 Plaza de España

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Uferpromenade

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Bäume an der Promenade

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Parroquia de Nuestra Señora del Carmen y Santa Teresa

Cadiz hat sich uns als sehr grüne Stadt präsentiert mit vielen Parkanlagen und hübsch gepflegten Grünflächen. Dies kann man insbesondere auf dem Kurs entlang der Promenade feststellen. Im Kontrast dazu stehen die vielen engen Gassen und natürlich die alten Kirchen, wie die Parroquia de Nuestra Señora del Carmen y Santa Teresa.

Der Parque Genovés präsentiert sich mit vielen aufwendig gestalteten Baumskulpturen. Wer sich noch etwas tiefer in den Park begibt und den großen Weg verlässt, der findet eine Wasserfallanlage mit Urzeitflair und Dinoskulptur vor. Das haben wir leider verpasst.

Hinter dem Parque Genovés nahmen wir eine Routenänderung Richtung Innenstadt vor. Wir wollten zum Torre Tavira, einem sehr alten Aussichtsturm aus dem 18. Jh., der auch heute noch eine eindrucksvolle Sicht über die gesamte Altstadt von Cadiz bietet. Auf unserem Weg dahin passierten wir das Theater

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Gran Teatro Falla

 

… und genossen danach den Ausblick vom 45,35 m hohen „Mirador“.

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Blick über Cadiz

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Blick über Cadiz

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Blick auf die Kathedrale

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Blick auf die Mein Schiff 1

Um auf die Aussichtsplattform zu gelangen, muss man allerdings 173 Stufen in einem engen Treppenhaus bewältigen. Der Eintritt beträgt eigentlich 6 EUR pP, wir haben als Gäste der Mein Schiff 1 Rabatt erhalten und so nur 5 EUR pP bezahlt. Wenn man zur richtigen Zeit kommt, kann man auch an der Vorführung der Camera Obscura teilnehmen. So erhält man einen Überblick über die Stadt und Erläuterungen zur den Gebäuden und Sehenswürdigkeiten. Für uns hat das zeitlich aber nicht gepasst.

Vom Torre Tavira aus begaben wir uns zum Mercado, der Markthalle, welche unserer Erfahrung nach in den meisten Städten einen Stop wert ist. Das traf auch hier zu, denn es gab allerlei hübsche Marktstände mit frischen Waren, vor allem jede Menge frischen Fisch.

Unseren Stadtrundgang setzten wir über den Plaza de las Flores, eine Art Blumenmarkt, Richtung Kathedrale fort. Auf dem Plaza de la Catedral findet man einige Cafés vor und eine schöne Aussicht auf die umliegenden Gebäude wie die Kirche Iglesia de Santiago und natürlich die Kathedrale, deren rechten Turm man ebenfalls besteigen kann. Wir hatten unsere Höhenmeter für heute aber schon gemacht.

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Kathedrale

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Kathedrale

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Kirche Iglesia de Santiago

Vom Plaza de la Catedral ging es weiter zum Plaza de San Juan de Dios, an welchem auch das Rathaus gelegen ist. Hier gibt es eine Reihe Verkaufsstände und natürlich auch weitere Cafés, die zum Niederlassen einladen. Ein kurzer Sit-in kommt in Cadiz übrigens günstig daher: ein Café con Leche kostet gerademal 1,20 EUR.

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Rathaus

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Plaza de San Juan de Dios

Für unseren Geschmack war damit der kulturelle Teil abgeschlossen und wir bummelten noch ein wenig. Auf den Straßen Calle San Francisco, Calle Rosario und der Calle Columela finden sich die meisten Läden und stellen einen interessanten Mix zwischen den bekannten Ketten und kleinen lokalen Lädchen dar.

Gegen Nachmittag traten wir den Rückweg zum Schiff an, da wir heute schon um 17 Uhr wieder ablegen würden. Wir schauten das Ablegen und gingen danach pünktlich um 18 Uhr im Atlantik-Klassik essen. Dort saßen wir heute allerdings in einem Bereich mit einem etwas unsortierterem Kellner, sodass die ohnehin bereits nicht geringen Wartezeiten zwischen den Gängen sich noch steigerten. Da wir um 20:30 Uhr in der Abtanzbar zum Gin-Workshop sein mussten, saßen wir noch zusätzlich auf heißen Kohlen. Mit „Wohlfühlen“ hatte dieses Essen nun nicht so viel zu tun. Wir schafften gerade so noch den Nachtisch, die Schwiegereltern blieben noch auf einen Kaffee, der aber nie kam und gingen nach einigem weiteren Warten, um woanders tatsächlich einen Kaffee serviert zu bekommen.

Zu unserem Gin-Workshop (exklusiv für 40 EUR pP) können wir hingegen nur Gutes berichten. Als intime Gruppe von 4 Personen erfuhren wir zunächst allerlei Wissenswertes zum Thema Gin und dürften dazu 3 Gins verkosten (Gordon’s, Bombay Saphire, Tanqueray). Die waren zwar ohnehin Alles-inklusive Spiritousen, es ging in diesem Fall aber darum die Geschmäcker der 3 unterschiedlichen Sorten abzugrenzen. Wir sollten nämlich selbst einen individuellen Gin herstellen, natürlich nicht die destillierte Version, sondern eher eine für den Hausgebrauch. Und das ging so:

Vor uns standen gut ein Duzent verschiedener Zutaten in kleinen Einmachgläsern, allen voran die Hauptzutat Wacholder. Dazu erhielten wir ein kleines Büchlein mit weiteren Hinweisen und einem Musterrezept zur Gin-Eigenherstellung. Dann ging es los und wir warfen grob entlang des Musterrezepts Zutaten in unser Fläschchen, jeder so wie er es für richtig hielt. Als weitere Zutaten standen dabei Piment, Kardamom, Süßholz, Lavendel, Koriandersamen, Lorbeer, Rosmarin, Zitronen- und Grapefruitzesten, Cranberries, roter Pfeffer, Berberitzen, Muskat, Mandeln, Fenchelsamen usw. zur Verfügung. Während ich sehr viel Cranberries in mein Gemisch warf, war Basti eher Fenchel- und Kardamom-lastig. Das ganze wurde dann mit Wodka als neutralem Alkohol aufgefüllt und für 5 Tage stehen gelassen. Dann sollten wir erfahren was draus geworden war. Von der Sache an sich waren wir aber schon einmal begeistert!

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Gin Workshop

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Gin-Zutaten

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Mein Gin

Wir nahmen nach diesem anstrengenden ersten Ausflugstag nur noch einen Absacker und gingen dann früh in die Koje, um morgen in Lissabon ebenso fußträchtig aktiv zu werden.

2 Gedanken zu “Was wir im idyllischen Cadiz empfehlen können!

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