Sightseeing und Portwein-tasting in Porto

Der 2. Tag in Portugal stand unter einem eindeutige Motto: In Porto trinkt man Portwein! Und so sollte es sein. In der alterwürdigen Stadt an der Mündung des Douro, die aus einer Kombination aus heruntergekommenem Charme und mittelalterlichem Flair begeistert, machten wir uns heute also auf zu unserer ganz eigenen Schnitzeljagd in Richtung des hochprozentigen Rebenprodukts.

Der morgentliche Ablauf war eingespielt, Frühstück im Atlantik, danach von Bord. Wir lagen heute im Hochseehafen Portos, in Leixões. Da man also keine Altstadt vor der Nase hat, wurde von Mein Schiff ein Transfer für diejenigen Gäste angeboten, die keinen Ausflug gebucht hatten. Standardmäßig schlug dies mit 9 EUR pP (Kinder 6 EUR pP) zu Buche. Die Fahrtzeit betrug auf dem Hinweg 30 Minuten, zurück etwas länger wegen dem Verkehr.

Wir wurden am Jardim da Cordoaria abgesetzt. Von hier pedelten die Shuttlebusse zwischen Stadt und Hafen, es war demnach auch unser Abfahrtspunkt. Hier befanden wir uns am nördlichen Ende der Ribeira, der historischen Altstadt Portos. Der Stadtteil galt lange als ein ärmlicheres Viertel, was man auch heute noch am schlechten Zustand vieler Häuser deutlich erkennen kann. Zugleich macht dies aber auch den Charme des Ortes aus. Bunte Farben, Fliesen und Blumen geben den schmalen Häuschen trotz allem einen heimeligen Anstrich. Kein Haus sieht wie das andere aus, neben einem Heruntergekommenen steht auch gern einmal ein Saniertes. Schon die einfachen Wohnhäuser faszinieren und bieten Einiges zu schauen.

Unser Stadtrundgang führte uns zu allererst vorbei an der Ingreja dos Clérigos, einer im Barockstil erbauten Kirche, die die Skyline der Stadt prägt. Das liegt vor allem am Turm, welcher der höchste Kirchturm Portugals und damit auch eines der Wahrzeichen Portos ist. Der Turm kann auch erklommen werden, als wir am Morgen aber ankamen war gerade Gottesdienst, sodass dies für und nicht in Betracht kam. Am Nachmittag hatten wir hingegen einen Shuttlebus zu kriegen.

Durch die kleinen Gassen schlengelten wir uns hinunter Richtung Fluss. Dabei passierten wir weitere Kirchen aus den unterschiedlichen Epochen des Mittelalters, Barock und Neoklassizismus und auch die moderne Markthalle. Von einem Aussichtspunkt aus bot sich ein schöner Blick über die Altstadt auf die über allem thronen Katedrale, die Sé do Porto.

Am Fluss angelangt, trifft man auf eine kleine Promenade mit Cafés und Verkaufsständen. Die Häuserfront am Wasser präsentiert sich hier hübsch aufgemöbelt und macht was her. Wer sich hier auf ein Getränk niederlässt, der kann dem touristischen Treiben zuschauen und auch den Blick auf das andere Ufer genießen. Wer mag kann hier auch ein Ausflugsboot besteigen und das Douro-Tal vom Wasser aus betrachten.

Der nahe Ort auf der anderen Seite des Flusses ist streng genommen kein Teil Portos mehr, sondern das Nachbarstädtchen Vila Nova de Gaia. Hier schlägt das Herz von Portweinliebhabern höher, denn die im Duoro-Tal hergestellten Portweine werden hier in großen Lodges gelagert und in alle Welt vertrieben. Was an Portwein Rang und Namen hat, findet sich hier mitsamt Lagerhalle in den Hängen und Verkaufsfläche an der Promenade. Und dorthin wollten wir nun als Nächstes gehen.

Dazu überquert man die imposante Eisenbrücke, die Ponte Luís I, die sich auf 2 Ebenen über den Duoro spannt und findet sich auf der anderen Seite wieder. Hier hat man dann die Qual der Wahl, wo will man einkehren? Tja, dazu müsste man etwas Ahnung von Portwein haben – was wir nicht haben. Aber zum Glück hatten wir ja die Schwiegereltern dabei. Zielstrebig machte sich Basti’s Vater auf Richtung Hang, vorbei an den Verkaufsläden. Unser Ziel war die Portweinlodge von Taylor’s.

Bei Taylor’s auf dem Hof angekommen hat man die Wahl, sich im Restaurant auf einen Portwein und eine Kleinigkeit zu Essen niederzulassen oder eine Führung durch die Lodge zu machen. Lodge, das ist die Lagerhalle und wir entschieden uns dafür eben  diese zu besichtigen. Für 12 EUR pP kriegt man ein Audiogerät und einen Plan und kann sich selbst, so schnell oder so langsam wie man mag, durch die gedimmten Hallen bewegen und allerlei Wissenwertes über Portwein und die Portweinherstellung speziell bei Taylor’s, einem renomierten und vor allem einem der ältesten Portweinhäuser, erfahren. Von den Anbaugebieten und den „Quinta’s“, den Weingütern im Douro-Tal etwa 100 km flussaufwärts, bis zur Herstellung und dem Transport durch die Rabelo Boote nach Porto erfährt man so Einiges.  Und als würdiger Abschluss darf man noch 2 verschiedene Portweine, einen weißen („chip dry“) und einen roten („ruby“) im schönen Garten von Taylor’s verkosten. Und der Ausblick von der Terasse über das Tal war auch wirklich schick. Insgesamt ein lohnenswerter Besuch!

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Nachdem wir Taylor’s abgehakt hatten, kehrten wir an der Promenade bei dem unter Mainstream Portweinkäufern bekannteren Portweinhaus Sandeman ein (davon hatten wir tatsächlich auch eine Flasche Zuhause – zum Kochen 😉 ). Hier gab es neben interessanten Portweincocktails auch leckere Sandwichkreationen und wir konnten schön mit Blick auf den Douro in der Sonne sitzen.

Von hier aus wollten wir Richtung Katedrale, also zurück auf die Porto-Seite des Flusses. Um dorthin zu kommen, hat man mehrere Möglichkeiten. Man kann zum einen die Seilbahn hinauf auf den Berg oberhalb der Brücke nehmen. Dies kostet 9 EUR pP. Von dort kann man die Brücke auf der oberen Ebene überqueren und befindet sich auf dem Level der Kathedrale. Uns war die kurze Fahrt diesen Preis aber nicht wert, daher gingen wir über die Brücke zurück und nahmen die Standseilbahn für 2,50 EUR pP.

Oben angekommen, setzten wir unseren Stadtrundgang in Richtung Kathedrale fort. Diese präntiert sich außen imposant, innen eher schlicht. Der Ausblick über die Stadt von hier ist aber auch für Nicht-Kirchenliebhaber ein Highlight.

Der Nachmittag war inzwischen nicht nur angebrochen, sondern bereits entwas fortgeschritten und wir machten uns langsam auf zurück zum Bus. Der letzte Bus sollte um 17 Uhr fahren und man weiß nie, wieviele Leute sich auch erst auf den letzten Drücker einfinden.

Wir machten noch einen kurzen Schlenker vorbei am Bahnhof São Bento und der nahen blau gefließten Kirche Igreja de Santo António dos Congregados. Mit imposanten Gebäuden gesäumt ist die Avenida dos Aliados an deren Ende das Rathaus Portos steht. Ein kurzer Fotostopp musste hier aber ausreichen, dann ging es zum Bus.

Der Abend auf dem Schiff kann als Standard bezeichnet werden. Aufgrund des späten Mittagessens entschieden wir uns für ein ebenfalls spätes Abendessen und schauten erst in Ruhe das Ablegen bevor wir uns auf der Kabine frischmachten. So kamen wir nicht in die Restaurant-Rushhour.

Die Show interessierte uns heute ohnehin nicht, sodass keine Eile geboten war. „Die Legende vom Ozeanpianisten“ machte uns nicht neugierig, auch der obligatorische Kinofilm im Konferenzraum war nix für uns. Obwohl wir eigentlich den festen Vorsatz gehabt hatten, wenigstens einmal ins Kino zu gehen – auch wegen dem Popcorn – taten wir das letztendlich nicht. Die Filme – hauptsächlich Familienfilme, deren Titel nicht mehr einfallen wollen – waren einfach nie so unser Ding. Wir landeten damit einmal mehr zum Abschluss in der TUI Bar bei unserer geschätzten Band.

 

 

3 Gedanken zu “Sightseeing und Portwein-tasting in Porto

  1. […] Streng genommen gibt es keinen Kreuzfahrthafen Porto – das muss man aber auch erst einmal wissen. Was man sehr viel eher in den Routenplänen der Schiffe lesen wird ist „Leixeos“, der Hafen der zweitgrößten portugiesischen Stadt, welcher etwa 1/2 Stunde außerhalb der Innenstadt gelegen ist. Dort legt man also an mit seinem Schiffchen und kann von dort aus die Umgebung oder die nahe Stadt Porto erkunden, wie wir es auf unserer Atlantikkreuzfahrt getan haben (Atlantikkreuzfahrt Tag 5 – Sightseeing und Portwein-tasting in Porto, Portugal). […]

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