Was geht eigentlich in La Coruña?

Am heutigen Morgen sind wir wieder in Spanien aufgewacht. La Coruña steht an, ein Städtchen ganz rechts oben auf der spanischen Halbinsel und damit in Galicien gelegen. Der Tag ist sonnig, der Himmel blau und nachdem wir gestern sehr erfolgreich auf der Jagd nach Portwein gewesen waren, stand heute ein Besuch der Calles de los Vinos, der Weinstraßen La Coruñas, auf dem Plan. Nicht umsonst sprechen wir bei unserem Urlaub auch von kullinarischen Reisen! 😉

Heute ging es etwas später von Bord. Die letzten Tage saßen uns noch ganz schön in den Knochen. Das ständige bergauf/bergab in Lissabon und Porto hatte offensichtlich seine Folgen. Heute sollte das aber kein Problem sein, La Coruña ist seichtes Pflaster ohne größere Hügel oder gar Berge.

Fix gefrühstückt und ab ging’s von Bord. Das Schiff lag strategisch unschlagbar direkt am Yachthafen und im Prinzip mitten in der Stadt. Wer sich rechts hält kann die Altstadt erkunden, wer sich nach links wendet findet sich im Shopping-Distrikt wieder, hinter welchem man den langen Sandstrand, den Playa del Orzán vorfindet. Zunächst einmal sieht man sich aber mit wenig spanisch anmutenden Glasfassaden konfrontiert. Diese Glasfront ist der Grund warum La Coruña auch „cuidad cristal“, „die Glasstadt“ genannt wird.

Wir entschieden uns dazu, mit der Altstadt anzufangen. Am Anleger hatten wir eine Stadtkarte abgegriffen (die gibt es übrigens in fast jedem Hafen am Terminal, einfach mal die Augen aufhalten) und folgten grob dem dort als „touristischen Route“ ausgewiesenen Stadtrundgang – nunja, wir gingen wo anders los und in eine andere Richtung, klapperten aber pflichtschuldig die angegebenen Sehenswürdigkeiten ab.

In der morgentlichen Sonne spazierten wir dazu erst einmal die Promenade hinauf Richtung Castillo de San Antón, das allerdings mit einem Vorhängeschloss gesichert wohl nicht zur Besichtigung geöffnet war. Vor dem Eingang zur Festung wendeten wir uns gen Innenstadt und stattetem dem Grab des Generals Sir John Moore einen Besuch ab. Der umliegende kleine Garten, der Jardín de San Carlos, ist hübsch gepflegt und man hat von hier aus eine Bombenaussicht auf den Kreuzfahrtanleger. Bitte recht freundlich, Mein Schiff 1!

Weiter ging’s durch die Altstadt, einer Kombination aus alterwürdigen Bauten und sehr viel neueren Wohnhäusern mit den so typischen verglasten Erkern und Balkonen. Wir passierten dabei nacheinander das „Convento de Santo Domingo“ (das Nonnenkloster), den Palacio de Cornide, ein historisches Gebäude aus dem 18 Jahrhundert, die gegenüberliegende Kirche „Iglesia de Santiago“, die aus dem 12. Jahrhundert stammt und erreichten letztendlich das Rathaus am Praza de María Pita.

Am Marktplatz legten wir eine Kaffeepause ein und planten den weiteren Spaziergang. Es mussten die Prioritäten geklärt werden. Wollten wir noch in den Norden der Halbinsel, um den Herkulesturm zu besichtigen? Der Herkulesturm ist der älteste, weltweit noch in Betrieb befindliche Leuchtturm, der aus dem 2. Jahrhundert stammt und zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Zu Fuß würden wir eine gute halbe Stunde durch größtenteils Wohngebiete brauchen. Mit dem Bus kann man mit den Linien 3 und 5 dorthin fahren. Gegen dieses sicherlich sehenswerte Kulturgut sprach aus unserer Kulturbanausensicht die vielversprechende Shopping-Area der Stadt mitsamt Weinstraßen (ihr erinnert euch? 😉 ). Außerdem kamen wir ja nun gerade erst aus der Altstadt und hatten den Soll an Kultur aus unserer Sicht damit schon erfüllt. Wir stellten den Herkulesturm also zurück – erstmal. Es sollte auch entgültig sein.

Durch die kleinen Gasse bahnten wir uns unseren Weg zur Calle Real, einer der Haupteinkaufsstraßen, die von vielen Läden gesäumt wird. Es dauerte nicht lange und ich war shoppingtechnisch erfolgreich, ein Paar Sandalen und ein Paar Pumps würden uns mit nach Hause begleiten. Zufrieden ließen wir uns in der hübsch gestalten Parkanlage Jardines de Méndez Nuñez erst einmal vor einem Café nieder und genehmigten uns ein lokales Bier – Estralla Galicia – in geeißten Gläsern. Dazu gab’s aufs Haus ein Paar Kroketten. Wir würden noch merken, dass es in La Coruña total selbstverständlich ist, Tapas aufs Haus zum Getränk dazuzureichen. Jetzt war aber erst mal unser Hunger geweckt und das nahe Schiff verleitete uns dazu, zum Mittagessen kurz daheim einzukehren. Der Vorteil war, dass es in Ankelmannsplatz sehr leer war und dementsprechend fix waren wir wieder auf der Piste.

Satt waren wir und geshoppt hatten wir auch – es war Zeit, die Weinstraßen aufzusuchen. Nach einem kleinen Abstecher zum sainonal etwas leeren Strand…

machten wir uns auf zur Straße La Estrella, eine der Weinstraßen zu welchen auch die Straßen Olmos, Galera und Barrera gehören. Hier gibt es viele kleine Vinotheken und Tapasbars, die mit einem reichen Angebot an Wein und begleitenden Kleinigkeiten aufwarten. Wer sich hier niederlässt, kriegt viel für wenig. Tapas kosten zwischen 1,50 EUR und 2 EUR. Für ein Glas der lokalen Weine aus der Anbauregion Ribeiro bezahlt man gerade mal um die 2,50 EUR. Und dazu gibt’s sogar noch Tapas aufs Haus – was man da kriegt ist aber Russisch Roulette. Die freundliche Dame in der erste Weinbar hinterließ neben dem Wein jedenfalls 4 Metallbecher mit einem Meeresfrüchtesalat. Salpicón sagte sie dazu, unsere spätere Internetrecherche ergab, dass das in etwa hinkommt. Aber sollte man kostenlosen Fisch einfach so essen? Nunja, wir sind ja höflich und probierten den sauer mit Essig angemachten Salat zumindest – was wir davon hatten würden wir noch merken. In der nächsten Weinbar gab es aber eine Tortilla Española zum Wein, die hingegen ohne Vorbehalte sehr lecker war.

Den Nachmittag vertrieben wir uns also recht gut und kehrten pünktlich aufs Schiff zurück. Ein spätes Abendessen schloss sich an das Ablegen an, so recht mochte ich aber nichts runterkriegen. Der Salpicón lag mir schwer im Magen und die Wahl von Suppe und Brot im Ankelmannsplatz versprach nur kurze Besserung. Was nämlich noch hinzukam, war, dass wir mittlerweile auf dem Weg von La Coruña über den Golf von Biskaya nach Le Havre waren und auf dem offenen Atlantik schaukelt es doch recht ordentlich. Dass wir uns noch dazu entschieden, ins Theater im Bug zu gehen um „die neue Musicalgala“ zu sehen, richtete mich dann gänzlich hin. Absoluter Seekrankheitstipp: Man halte sich niemals, wirklich niemals bei starkem Seegang am Bug des Schiffs auf – hier ist das Geschaukel am Schlimmsten. Wie sich mein Abend weiterentwickelte, das mag sich jeder selbst ausmalen. Nur so viel, es war nicht mein schönster Kreuzfahrtabend… 😦

 

 

 

 

 

 

 

 

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