Von Le Havre ins schöne Honfleur!

Am 8. Tag hatten wir die Bucht von Biskaya hinter uns gelassen. Das war gut aber mir war immer noch etwas flau. Die süße kleine Mein Schiff 1 hatte auch in dieser Nacht noch merklich geschaukelt. Weniger als in der Nacht zuvor aber dennoch stärker als wir es bisher bei anderen Schiffen bemerkt hatten. Ob das am Schiff oder am Meer lag, können wir nicht sagen. Es war mir auch herzlich egal – Hauptsache der Mist war jetzt zuende!

Heute hatten wir einen Ausflug gebucht, denn in Le Havre legt man im wenig beschaulichen Containerhafen an. Die Stadt Le Havre, in welche ein Transfer für 9 EUR pP (Kinder wie immer 6 EUR pP) angeboten wurde, ist ebenfalls eher minder sehenswert. Wer mag, kann allerdings von Le Havre in die Stadt der Liebe, nach Paris fahren. So ein Ausflug dauert auch gerade einmal 10, 11 Stunden – man muss halt die 3 Stunden Hin- und Rückfahrt – jeweils 3 Stunden! – berücksichtigen. Da bleiben ja immerhin gute 4 Stunden Aufenthalt! 😉 Es ist wohl nachvollziehbar, dass uns das zu doof war. Zugegeben, damals in Bangkok hatten wir auch eine vergleichbare Odyssee auf uns genommen aber wann ist man da schon einmal? Paris liegt ja aber im Prinzip um die Ecke – außer man fährt mit dem Bus von Le Havre…

Wir hatten uns jedenfalls vorab erkundigt, was denn sonst so in Betracht kommt und kamen auf das Örtchen Honfleur. Hier sollte man laut Ausflugsbeschreibung gemütlich schlendern und sich auf einen Café au lait in schicken kleinen Cafés niederlassen können. Das hörte sich vielversprechend an. Wir entschieden uns für den etwa 30-minütigen Transfer für 29 EUR pP – zum Vergleich, ein Taxi soll über 70 EUR für eine Strecke kosten.

Bis es losging, dauerte es aber ein wenig, da es sich nur um einen Nachmittagsausflug handelte. Es war also fürs Erholen und natürlich das groß geschriebene „Wohlfühlen“ noch genug Zeit um auszuschlafen und in Ruhe Mittagessen zu gehen. Dazu gingen wir heute in das Atlantik-Klassik, das auch Mittags mit Service am Tisch, wer mag auch in 5 Gängen, aufwartet. Genauso machten wir es dann auch, denn wir hatten ja Zeit und viele Leute waren bereits von Bord. Da zur Mittagszeit nur der Bereich auf der unteren Ebene vor den Panoramafenstern eingedeckt wir, nahmen wir dort Platz. Enttäuscht waren wir vom Ausblick aber nicht nur wegen dem diesigen Wetter – auch die Fenster befanden sich in schlechtem Zustand. Offensichtlich war vor einiger Zeit eine Tönungsfolie auf die Fenster aufgebracht worden. Diese bröckelte aber mittlerweile ab, wohl dem Wetter und der See geschuldet. Einen schönen Ausblick aus den Panoramafenstern hat man damit aber nicht mehr.

Unser heutiger Treffpunkt für den Ausflug war das Theater auf Deck 7. Wir waren etwas verwundert, dass man am Eingang nur die Anzahl der Personen mitzählte, nicht aber die Kabinennummern abhakte. So kennen wir es von anderen Reisen, da man ja sicher gehen will, ob alle da sind. So richtig gut lief diese Taktik wohl auch nicht, da eine der Scouts dann anmerkte, schon mehr Leute gezählt zu haben, als für den Ausflug angemeldet waren. Auf meine Nachfrage, warum man denn dann eben nicht die Kabinen abhakt, kam die Rückantwort, dazu wären es zu viele Gäste. Tja, Pech für die, die hier und heute getrödelt hatten – die Scouts würden das nicht wissen.

Ab ging’s zum Bus, in welchem wir eine Karte von Honfleur und ein paar allgemeine Hinweise erhielten. Nach einer halben Stunde und einer Überquerung der Seine ließ man uns in Honfleur am Flusskreuzfahrtanleger wieder hinaus. Noch den Rückfahrtszeitpunkt in Erfahrung gebracht und ab ging’s.

Auf unserer Karte war ein Rundgang um die Altstadt vermerkt und dem folgten wir nun. Zuerst führte uns diese Route durch ruhige Gassen und vorbei an der Kirche „Église Saint-Léonard“. Alles ist gepflegt und macht einen hübschen Eindruck. Dabei kamen wir auch an einer ganzen Reihe von Restaurants vorbei, viele davon sicherlich touristischer Natur aber doch einige mit Auszeichnungen des Guide Michelin. Man kann in Honfleur wohl auch richtig gut essen.

Unser Weg führte uns zum zentralen Kreisel am Place de la Porte de Rouen. Ab hier wurden die kleinen Gassen zum Binnenhafen hin um einiges voller und touristischer. Hier findet man nun ein paar Geschäfte, noch mehr Restaurants und viele urig wirkende Gebäude.

Am Hafenbecken angelangt, findet man sich dann im Herzen des Tourismus wieder. Duzende Restaurant und Cafés buhlen hier um die Gästen und es wirkt doch schon etwas überlaufener als die romatische Ausflugsbeschreibung vermuten ließ. Besonders auf der einen Seite reiht sich Restaurant an Restaurant. Wir spazierten hier einmal dranlang und konnten uns nicht recht dazu durchringen, uns hier hinzusetzen. Die Portionen sahen zwar anständig aus, die Preise waren aber hier in Frankreich nicht ohne. Auf unserer Reise waren wir es bisher etwas preiswerter gewohnt gewesen.

Wir drehten also einmal die Runde und suchten uns dann ein kleines Café in einer Seitestraße um den lokalen Cidre zu probieren. Zumindest die Brut-Variante war nicht meins, aber auf einer kullinarischen Reise muss man es ja wenigstens mal versucht haben. Wir passierten hier nördlich des Binnenhafens auch die aus dem 15. Jahrhuntert stammende, historische Holzkirche „Église Sainte-Catherine“, deren Glockenturm einige Meter von der Kirche entfernt erbaut wurde, damit bei einem Brand noch die Glocken geläutet werden können. Die Dachkonstruktion der Kirche erinnert an einen umgedrehten Schiffsrumpf.

Bevor es dann zurück zum Bus ging, legten wir noch einen weiteren Erholungsstop ein und probierten, ob der Cidre zusammen mit der lokalen Spezialität „Tarte normande“ besser schmeckt. Für mich war das nicht der Fall aber die Tarte, eine Art Apfelkuchen war sehr lecker!

Später auf dem Schiff verzichteten wir darauf, das Auslaufen vom Deck aus zu sehen. Stattdessen suchten wir uns einen Platz im La Vela mit Blick auf Le Havre. Als wir den Containerhafen hinter uns gelassen hatten, bot sich doch noch ein recht schöner Blick auf die Stadt. Le Havre wurde im 2. Weltkrieg zu großen Teilen zerstört, der Stadtkern wurde allerdings insgesamt in Betonarchitektur wieder aufgebaut. Schön ist das nicht gerade, dennoch hat die konsequente Konstruktion dazu geführt, dass die Innenstadt zum Teil des UNESCO-Welterbes erhoben wurde. Die Küste der Normandie verabschiedete sich von uns bei bestem Wetter.

Nach dem Essen stand der 2. Termin unseres Gin-Workshops auf dem Plan. Dieser beschränkte sich zwar im Wesentlichen auf die Abholung des Ergebnisses, wir waren aber alle beeindruckt, dass es tatsächlich etwas geworden ist. Zugegeben, Basti’s war noch etwas trüb und erinnerte etwas an Fencheltee, das sollte sich aber noch ändern. Daheim haben wir nun aber 2 schöne, abwechslungsreiche Hausmachergins, die nach dem Tipp des Barkeepers auch total super mit O-Saft und Cranberrysaft schmecken! 🙂

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Die Schwiegereltern besuchten am Abend noch die Show, ich verzog mich derweil lieber mit meinem immer noch nicht vollständig vertrauenswürdigen Magen auf die Kabine. Gezeigt wurde heute das Loriot-Special – Sketsche von den Mein Schiff Schauspielern nachgespielt. Dabei gab es natürlich auch die Badewannenszene in Fatsuits zu sehen. Das Votum der Schwiegereltern fiel gut aus, wir hatten lediglich im Fernsehen einmal in die Übertragung aus dem Theater reingeschaltet. Loriot nachgespielt ist halt wie Loriot nachgespielt, war unser Fazit. 😉

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