Auf der Mein Schiff 1 zurück in die Heimat nach Hamburg

Heute holten wir ausschlaf-technisch noch einmal alles raus –  es war immerhin der letzte Tag unserer Reise und ein Seetag noch dazu. Daher wollten wir heute noch einmal alles machen, das uns Spaß bereitet. Ja, genau. Hauptsächlich schlafen, gammeln und essen…! 😉

Am Morgen gab es ein paar Veranstaltungen, die uns grundsätzlich interessiert hätten, allerdings nicht so doll, als dass wir uns dazu hätten überwinden können, einen Wecker zu stellen. Wir verschliefen daher den Lektorenvortrag „Hamburg, das Tor zur Welt – Schifffahrt und Hafen im Wandel der Zeit“ und auch die Kapitänsfragestunde. Besondere Fragen an den Kapitän haben wir sonst zwar eigentlich nicht, auf dieser Reise irritierte es uns aber, dass das Schiff nach jeder Hafenausfahrt immer erst einmal eine Vollbremsung zu machen schien. Das hörte man zum einen – ein fragwürdiges Rumpeln – und sah es auch, da man auf einmal im Prinzip auf der Stelle trieb. Wir mutmaßten nach dem dritten oder vierten Mal, dass dies dazu diente, den Lotsen wieder absetzen zu können. Auf anderen Schiffen war das bisher allerdings sehr viel weniger auffällig verlaufen… Den tatsächlichen Grund werden wir nun aber wohl nie erfahren.

Unsere erste Urlaubshandlung war stattdessen an diesem Tage wieder einmal der Gang zum Mittagessen. Zum letzten Mal La Vela, lecker Nudeln und Pizza, wirklich unser Highlight auf diesem Schiff. Fix und gut, was will man mehr? Für den feierlichen letzten Abend wollten wir uns später dann noch einmal das volle Atlantik – Klassik Programm geben, sprich 5 Gänge à la carte.

Ich verzichtete auf das weitere Tagesunterhaltungsprogramm wie etwa Bingo zum Kostenpunkt 2 EUR, die Tuchbindeshow in der Einkaufspassage, den Kreativkurs Siebdruck mit Motiven von der Reise (19 EUR) oder den Vortrag „Ganz schön Schlank im Handumdrehen“ – dieser war wohl schon für die Zeit nach der Reise gedacht. Stattdessen riss ich mir eine gemütliche Sitzecke im Wintergarten unter dem Nagel und widmete mich „Cell“ von Stephen King und war dankbar, dass mein Handy auf dem Meer ohnehin keinen Empfang hatte. Die Männer starteten derweil einen weiteren Versuch im Casino, abermals nicht von Erfolg gekrönt, zur Freude des Hauses.

Da wir einen nicht unerheblichen Ansturm im Hauptrestaurant erwarteten, trafen wir uns bereits recht früh auf einen Abschluss-Aperitif und gingen pünktlich um 18 Uhr zum Essen. Das war auch gut, denn es wurde tatsächlich voll. Es hätte uns sehr interessiert, wie gut besucht die Bezahlrestaurants waren aber diese hatten wir auf unserer Reise selbst nicht ausprobiert. Lediglich ein Gang durch die Sushibar hatte eine überschaubare Gästedichte präsentiert. Uns selbst konnte das Angebot aber jedenfalls nicht locken. Mal abgesehen davon, dass es ein inklusives À la Carte Restaurant gibt, sahen wir es zudem nicht ein, die Getränke dort extra zahlen zu müssen, denn das ist der Regelfall im Gourmet-Restaurant „Richards“, im „Surf&Turf“ Steakhouse oder in der Sushibar. Bei speziellen Arrangements kann man die Weinbegleitung dazu buchen, das steigert den Preis im „Richards“ von 49 EUR für ein 6-Gänge Menü aber auf 89 EUR – nicht gerade ein Schnapper, bedenkt man, dass man sich eigentlich auf einer Alles Inklusive Reise befindet. Auf der AIDA haben wir außerdem ebenfalls für 89 EUR 3 Restaurantbesuche, tw. mit Getränken gekriegt. Wo wir auf der AIDA den Eindruck hatten, dass die Preise in den Bezahlrestaurants sehr human gestaltet werden und berücksichtigen, dass man die Reise inklusive Verpflegung ja durchaus schon bezahlt hat, sind die Preise auf der Mein Schiff eher vergleichbar mit den Preisen auf dem Festland und lassen dies außer Acht. Zum Beispiel gibt es eine Spicy Tuna Rolle in der Sushibar für 5,10 EUR, 2 Tunfisch Nigiri für 2,50 EUR. Bei so manchem Sushiladen daheim kommt man günstiger bei weg, die Qualität mal außen vor. Im Steakhouse kostet ein 250 g Filetsteak vom Pommernrind 22,80 EUR, das namensgebende Surf&Turf bestehend aus Filet Mignon und 1/2 gegrillten Lobster für 22,90 EUR. Gewiss ist auch das nicht übermäßig teuer, bei 3 Gängen mit Getränken geht man hier aber sicher nicht unter 50 bis 60 EUR pP raus, also tatsächlich ein exklusives Erlebnis auf einer Alles Inklusive Reise…

Vergleichbar mit unserem AIDA Package ist wohl das Gourmet-Paket bestehend aus 6 Gängen im Richards, 4 Gängen in der Sushibar und 4 Gängen im Steakhouse für 75 EUR ohne Getränke. Auch das ist also ein Rechenexempel, für die, die mal gucken wollen, hört sich das Preis-Leistungsverhältnis aber tragbar an.

Wir saßen nun also im Atlantik – Klassik und erhielten zum letzten Mal sehr übersichtliche Portiönchen mit Gourmetflair – leider auch heute eher nur der Flair. Hier einmal die Fotodoku, beginnend mit der Vorspeise (Wachtelbrust mit Pfifferlingen – jegliche Art von Pilzen waren aber immer irgendwie nur Champignons), dann Gazpacho, Tortelloni (3) mit Möhrengemüse als Zwischengang (die Salbeibutter war inkognito unterwegs), Spinatknödel als Hauptgericht (ja, das soll ein Hauptgericht sein) und eine Mikro-Birnen-Tarte-Tatin.

Zum Vergleich einmal die Hauptgerichte von Basti (Fischteller mit Gemüse besteht aus 2 Stücken Paprika und etwas Spinat mit einer halben Kartoffel) und Basti’s Mama (Schweinefilet auf Puree mit 2 Stücken Möhre und 2 Stücken Gurke)  – Nicht, dass wer sagt, wir posten mit Absicht nur die kleinen Portionen:

Also keine Angst, man kann sich kaum überfressen – ich habe mir auf alle Fälle danach noch ein Schmalzbrot und ein Eis im Ankelmannsplatz geholt…

Zur Feier des letzten Abends gingen wir heute dann auch noch in die Show, ein naja, will man es Fehler nennen? Es war ja unterhaltsam, nur anders als die Mein Schiff das wohl gedacht hatte. Es wurde die Show der Mein Schiff Superstars gezeigt. Sein sollte das eine Casting-Show Parodie aber richtig parodieren will nun auch gelernt sein. Das Konzept war einfach. Nach einander musste ein angehendes Sternchen verschiedene Castingsshows hinter sich bringen, darunter „Das Supertalent“, „DSDS“ und „Germany’s Next Top Model“, alles wurde aber natürlich anders benannt. Der Gesang war dabei wieder etwas Glückssache, insgesamt aber noch ganz okay. Das Schauspiel hingegen war an Stellen unfreiwillig komisch an denen es eigentlich nicht der Fall sein sollte. Lacher an anderen Stellen blieben hingegen aus. Gut gemacht waren die Parodien auf Bruce Darnell und Jorge González, der Dieter war auch noch erkennbar. Wenn die Schauspielerin allerdings klarstellen muss, dass sie Heidi Klum sein soll ist da was falsch, denn da wären wir auch nicht draufgekommen – Dieter Bohlen und Heidi Klum sitzen meiner Kenntnis nach nicht zusammen in einer Jury. Und die Parodie auf Sonja Zietlow – was auch immer die da sollte – war schlicht eine Katastrophe. Kurzfristig waren wir unsicher, ob wir lachen oder weinen sollten… Es war aus unserer Sicht wirklich keine gute Show, ohne übertreiben zu wollen.

Danach verabschiedete sich dann noch die Crew was ganz nett war, obwohl die Rede der Kreuzfahrtdirektorin bei uns abermals zu Stirnrunzeln führte. Man fragt sich dabei zudem, ob die guten Menschen tatsächlich Freude daran haben, sich Woche für Woche von anderen Gästen zu verabschieden.

Wir ergatterten dann noch einen Platz in der TUI Bar und genossen das letzte Konzert der Live Band – echt ein Entertainment-Lichtblick dieser Reise. Dazu gabs dann nen Cocktail – einen BBC (Baileys-Banana Colada), was ganz widerliches zum Abschluss! 😉 ) und ein letztes Kartenspiel bis wir auf die Kabine gingen, um rechtzeitig die Koffer auf dem Gang zu deponieren und uns mental auf die Rückreise einzustellen.

Diese war dieses Mal denkbar unspektakulär, Gott sei Dank. Am folgenden Morgen trafen wir uns um halb 9 Uhr im Atlantik – Klassik, denn bis 9 Uhr müssen die Kabinen geräumt sein. Bis 11 Uhr darf man dann noch auf dem Schiff bleiben und in Ruhe frühstücken. Pünktlich um 9 Uhr begann dann ein Test der Lautsprecheranlage. Dies diente wohl dazu die letzten Leute aus ihre Kabinen zu kriegen und war auch einigermaßen nervtötend – ein bisschen wie Rausschmeißermusik in der Disco. Wir blieben dann auch nicht mehr lange und stellten uns im Hafen an die Schlange zum Bus-Shuttle zum Bahnhof an. Auch hier hatten einige das mit dem Anstellen wieder nicht so richtig verstanden, Basti geriet ein wenig mit ein paar wirklich sehr dreisten, dickfälligen älteren Herrschaften aneinander.

Am Bahnsteig herrschte dann noch die schon fast obligatorische Ernüchterung was die Reise mit der Deutschen Bahn anbetrifft – 25 Minuten Verspätung und dann auch noch die Reihenfolge der Wagons umgekehrt, super wenn alle Leute Koffer und Sitzplatzreservierungen haben. Wir verpassten damit unseren Regionalbahnanschluss, das war aber zu verwinden. Schon bald hatte uns die Heimat wieder und wir ein paar neue Erinnerungen mehr. Und natürlich eine neue Aufgabe – die nächste Kreuzfahrt suchen! 🙂

Wir hoffen, das Lesen hat euch Spaß gemacht und es war der ein oder andere interessante Tipp dabei. Sagt uns gern eure Meinung! Habt ihr jetzt Lust auf eine Kreuzfahrt bekommen oder reizt euch eine der Städte, die wir besucht haben? Hat euch was ganz furchtbar abgeschreckt? Wir freuen uns, wenn wir euch Lust auf Meer machen konnten! 😉

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