Wie schön King’s Landing in echt ist – Dubrovnik, Kroatien

Unsere amerikanische Kreuzfahrt begann zunächst einmal mit einem halben Seetag zur Eingewöhnung bevor wir am frühen Nachmittag in Dubrovnik anlegen sollten. Wir nutzten diese Zeit zur Orientierung, denn hier war doch so einiges anders als auf einem deutschen Schiff. Anders sollte uns aber ganz gut gefallen!

Bevor es an das große Fressen ging, machte ich mich nach dem langen Ausschlafen routinemäßig erst einmal auf zum Fitnessstudio, präventive Schadensbegrenzung betreiben. Das etwas klein geratene Fitnessstudio findet man vorn auf Deck 12 und dieses führte gleich erstmal zu etwas Ernüchterung im Vergleich zu den bisher besuchten Kreuzfahrtschiff-Fitness-Bereichen. Warum? Nunja, die Auswahl an Geräten war schon einmal merklich geringer und monotoner. Der amerikanische Durchschnitts-Freizeitsportler scheint eine Vorliebe für Laufbänder zu haben, und das nahezu ausschließlich. Davon gab es nämlich mehr als genug, angeordnet entlang der Fensterfront. Fahrräder gab es lediglich 3, man musste also zum richtigen Zeitpunkt kommen. Daneben gab es noch ein paar Crosstrainer und eine Hand voll Kraftgeräte.

Vom Look her kommt das Studio etwas spartanisch daher und stellt keinen Vergleich zum idyllische Design der AIDA-Studios dar. Was auffällt ist aber in jedem Fall, dass jedes einzelne Ausdauergerät über einen eigenen Fernsehbildschirm verfügt. Auch das scheint am Bedürfnis des amerikanischen Durchschnitts-Freizeitsportlers orientiert zu sein. Da die Norwegian Jade über ein Sky-Abo verfügt, kann man also bequem beim Sporteln aktuelle Blockbuster schauen und die Zeit verfliegt im Nu! 😉

Nach der Sporteinheit machten wir uns fertig für den Tag und besuchten aufgrund der fortgeschrittenen Zeit direkt das Mittagessen im Garden Café. Aufgrund des fragwürdigen Charmes des Buffetrestaurants wählten wir einen Platz an der frischen Luft im Great Outdoors und saßen bei bestem Wetter schön in der Sonne. Das Essen war ganz gut, wenngleich auch wiederum eher amerikanisch angehaucht. An einer asiatischen Station erhält man aber auch Bratnudeln und zumindest zum Mittagessen kann man sich selbst einen Salat zusammenstellen, typisch amerikanisch optional mit Speckbröseln, geriebenem Käse oder auch Croutons. Wasser und Eistee kann man sich an Getränkestationen zapfen, andere Getränke kann man sich aber auch all-inclusive-like von der Bar holen.

Von unserem Top-Sitzplatz aus konnte wir das Einlaufen in Dubrovnik verfolgen und Kroatien gefiel uns vom Meer aus bereits sehr gut.

Nach dem Anlegen ging es direkt von Bord. Vorab hatten wir uns bereits darüber informiert, wo das Schiff liegen würde und uns entschlossen von dort zunächst einmal zu Fuß Richtung Altstadt von Dubrivnik zu gehen. Man braucht ungefähr eine 3/4 Stunde für die 3,5 km, uns war das aber lieber als an der überfüllten Bushaltestelle mit all den anderen Kreuzfahrttouristen zu warten. So sahen wir noch ein wenig was vom Yachthafen und der Steilküste Dubrivniks, der Fußweg ist aufgrund der Beschilderung nicht zu verfehlen. Kurz, die Mühe wird angemessen entlohnt.

Schließlich erreichten wir die alte Stadtmauer und damit die Serien-Hauptstadt von Game of Thrones. Einmal durch den Torbogen und wir fanden uns in King’s Landing wieder, bereit die vielen schmalen Gassen und kleinen Lädchen zu erkunden. Zunächst schlenderten wir die Hauptstraße hinunter Richtung Altstadthafen.

Durch eine Seitengasse mit den hohen Wänden (hier wurde Cersei nackt entlanggetrieben, falls das Serienfans bei der Einordnung hilft! 😉 ) kommt man auf die Stadtmauer, auf welcher man einen kompletten, etwa 2 km langen Rundgang mit einmaliger Aussicht um die historische Altstadt machen kann. Wer fußfaul ist oder Höhenangst hat, sollte sich überlegen, diese Tour zu machen, denn es dauert schon ein wenig bis man wieder am Anfang ist und es geht gut rauf und runter, natürlich inklusive jede Menge Stufen. An einer Stelle war die Stadtmauer sogar gesperrt und man musste über ein mittelschwer angerostetes Baugerüst gehen und möglichst nicht hinunterschauen (Mist – ich hab dich geguckt…). Das war sicherlich eine Erfahrung! 🙂 Ein Schnapper ist es aber leider nicht, wir haben pp. ungefähr 100 Kuna p.P. (etwa 15 EUR) bezahlt. Euro selbst werden nicht genommen! Es lohnt sich aber dennoch, denn es bieten sich unzählige Fotomotive, hier nur einige davon:

An einigen Stellen findet man Durchgänge in der Stadtmauer, die zu Bars über der Brandung führen. Dazu muss man genau hinschauen. Wir ließen uns aber lieber oben auf der Stadtmauer bei einer kleine Bar zu einem erfrischenden kroatischen Bier, einem Karlovacko nieder und genossen den Ausblick auf das nahe Meer.

Nach der Stadtmauer erkundeten wir noch den Rest der Stadt, fanden noch allerlei sehenswerte Ecken…

… und verzichteten auf den Kauf diverser überteuerter Marketing-Artikel bevor wir uns gegen Abend mit einem leichten Hungergefühl auf den Rückweg zum Schiff machten, diesmal mit dem Bus und nicht mehr zu Fuß. Das hatte für heute gereicht!

Zurück an Bord schauten wir bei den beiden verbliebenen Hauptrestaurants vorbei, um zu sehen was heute auf den Menü-Karten stand. Nach dem Besuch des Asia-Restaurants am gestrigen Abend, stand die Entscheidung zwischen „Grand Pacific“ und „Alizar“ zur Debatte.

Das sehr schicke, im 20er Jahre-Stil daherkommende Grand Pacific liegt am Ende des Schiffs auf Deck 6 und wartet mit Titanic Flair auf. Hier ist alles etwas förmlicher aber zugleich aufgrund der Verwendung von sehr viel Holz nicht etwa kalt. Dennoch ist der Service und auch das Essen hier von gehobener Qualität. Wenn man sich setzt, wird der Stuhl herangerückt und zum Essen wird einem die Servierte auf dem Schoß plaziert, wenn man nicht selbst auf die Idee kommt.

Das andere große Hauptrestaurant ist das Alizar, ebenfalls auf Deck 6. Hier geht es etwas lockerer zu und das Design ist modern. Man kann nicht sagen, dass das Essen oder der Service hier von minderer Qualität sind, es wirkt aber alles etwas bodenständiger. Die Essensauswahl gefiel uns während unserer Reise hier etwas besser und traf auch heute eher unseren Geschmack.

Wie in amerikanischen Restaurants üblich muss man am Eingang der Restaurants warten, um an einen Tisch geführt zu werden („Wait to be seated“). Dort kann man auch wählen, ob man an einem größeren Tisch mit anderen Gästen sitzen möchte oder einen eigenen Tisch möchte. Der Service geht sehr fix und die Wartezeit zwischen den Gänge ist kurz. Wir waren daher pünktlich zur Spätvorstellung im Theater.

Dort fand heute eine wirklich gute Vorstellung eines Comedy-Streichquartetts statt. Das war mal was anderes und total lustig! Wir ließen den Abend danach in der Mixers Martini & Cocktail Bar bei Livemusik und einem dem Etablissement angemessenen Getränk ausklingen.

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