How to (not) get around in Piräus/Athen

Am vierten Tag legten wir früh um 6 in Piräus, dem historischen Hafen Athens, an. Zu diesem Zeitpunkt schliefen wir noch und verließen das Schiff gegen 9 Uhr nach einem schnellen Frühstück. Das ließ uns 9 Stunden Zeit, um die Highlights der griechischen Hauptstadt zu erkunden und rechtzeitig zum Schiff zurückzukehren.

Wir hatten auch hier keinen Ausflug gebucht. Ob man das tun sollte, nun ja. Es kommt drauf an, ob man das Geld investieren will oder es lieber auf eigene Faust probiert. Wir entschieden uns für Letzteres und nahmen einen der Hop On – Hop Off Busse, die direkt am Hafenterminal auf Kunden warten, um nach Athen zu gelangen. So hatten wir auch die Möglichkeit eine kleine, beschauliche Schleife durch Piräus zu drehen.

Wir entschieden uns aus Preisgründen für die blauen Busse anstelle der weithin bekannt roten. Für 13 EUR p.P. erhielten wir ein paar Kopfhörer, um die Touri-Hinweise hören zu können und dürften mit dem Ticket auch zwischen den verschiedenen Linien – insgesamt 3 Stück – wechseln, d.h. an der Akropolis konnten wir von der Piräuslinie in die Stadtlinie umsteigen.

Apropos Akropolis: Morgens um 10 Uhr war dort bereits die Hölle los – es fühlte sich auch genauso an. Bei wiederum strahlendem Sonnenschein dürften wir uns erst einmal eine gute 3/4 Stunde anstellen, um Eintrittskarten zu erwerben und nur zu sagen, es war warm, wäre untertrieben. Es war höllisch warm. Wir waren nach dieser Tortur umso bedienter als wir von der Dame am Glasfenster erfuhren, dass der Eintrittspreis kürzlich auf 20 EUR pro Person angehoben wurde. So schnell sind 33 EUR weg…

Trotz der Wärme dürfte man keine Getränke mit in den abgesperrten Bereich der Akropolis nehmen, nicht einmal Wasser. Wir begannen dennoch den trägen und schwerfälligen Aufstieg inmitten hunderter anderer Touristen. Sowohl am Wegesrand wie auch oben angekommen, fanden wir – wer hätte es erwartet – jede Menge Steine.

Sicherlich kann man jahrtausend alte Tempelanlagen angemessener bezeichnen als mit „einem Haufen Steine“. Zu meiner Verteidigung muss ich aber sagen, dass ich echt einen üblen Kreislaufzusammenbruch oben auf dem Platteau hatte und wir im Prinzip nur fix die wichtigen Urlaubsfotos machten um uns dann wieder in den begehrten Schatten zurückzuziehen. Davon gab es dort oben leider auch nahezu keinen, die spärlich gesähten Flecken waren allesamt bereits belegt. Anstatt die Aussicht über Athen noch ein wenig länger zu genießen, wagten wir uns sehr bald wieder an den Abstieg. Athen hat von uns damit einen überaus großzügigen Minutenlohn erhalten – etwa 1 EUR pro Minute Anwesenheit! Wenn dies eine Marketing-Strategie wäre, gäbe es wohl weniger Grund zur Sorge um die griechischen Finanzen! 😉 Ich brauchte aber einfach ganz dringend Wasser und Schatten, also ging’s zum nächstgelegenen Kiosk, eine Flasche Wasser für 4 EUR kaufen (Spoiler: Die Händler in Santorini sollten sich diese Preisgestaltung einmal näher ansehen!).

Im Schatten eines Olivenbaums machten wir nun einen Schlachtplan. Es war immerhin nicht einmal Mittag und mit dem Highlight Athens waren wir nun schon durch. Was nun? Wir entschieden uns dafür, den nächsten Hop On Bus Richtung Innenstadt zu nehmen und begaben uns zurück durch den Olivenhain zur Bushaltestelle.

Im klimatisierten Bus machten wir erst einmal eine ausgiebige Stadtrundfahrt und ließen uns allerlei Wissenswertes über die griechische Hauptstadt erzählen. Dies dauerte schon eine gewisse Weile da der Verkehr in Athen vorsichtig als katastrophal zu bezeichnen ist. Viel zu viele Autos, Busse und LKW schoben sich durch die gelegentlich recht engen Gassen, dazwischen quetschten sich Roller- und Motoradfahrer hindurch, begleitet von einem ständigen Hup- und Brüllkonzert. Es ging also im Schneckentempo Richtung Innenstadt, u.a. vorbei am griechischen Parlament.

Wir stiegen am Syntagma Square aus und gingen die Straße „Ermou“ hinunter. Dies ist die Haupteinkaufsstraße Athens mit allerlei Läden. Hier geht die Zeit beim Bummeln schnell herum und wer fußmüde wird kann sich für einen kleinen Snack oder ein Einfrischungsgetränk in einem der Cafés und Restaurants in den Seitenstraßen niederlassen. Wer den Blick vom Warenangebot der zahlreichen Läden abwenden kann, der bekommt auch ein paar verstreute erwürdige Gebäude zu sehen.

Als der Nachmittag anbrach, brachen auch wir wieder auf Richtung Schiff. Wir hatten etwas Respekt vor dem unkontrollierbaren Verkehr und da wir an der Akropolis noch einmal umsteigen mussten, planten wir lieber etwas mehr Zeit ein. Zu Recht, denn zunächst warteten wir am Syntagma Square erst einmal fast eine halbe Stunde auf einen Bus. Dieser kam zwar recht schnell bis zur Akropolis, dort mussten wir aber wiederum warten – und wir warteten nicht allein. Viele der Schiffstouristen – im Hafen lagen auch zwei Royal Caribbean Schiffe – wollten um diese Zeit zurück in ihr temporäres Zuhause. Es hieß also anstehen bis wir dran waren. Nunja, zumindest taten wir das, Deutsche stellen sich nämlich gesittet an, wenn es irgendwo eine Schlange gibt (außer manche Gäste auf der Mein Schiff 1! 😉 ). Andere Erdenmitbürger halten es da aber anders. Sobald ein Bus herannahte war jegliche Erinnerung an eine eine Reihenfolge dahin und es hieß Drauflos-stürmen. Die Ticketkontrolleure waren zurecht einigermaßen überfordert und wurden schlicht überrannt.

Insgesamt waren wir schließlich fast 2 Stunden nach unserem Aufbruch in der Innenstadt zurück am Schiff und mussten erst einmal durchatmen – bei einem Kaltgetränk am Pool. Merke: In Athen muss man etwas Zeit einplanen, wenn man sich auf eigene Faust auf den Weg macht. Ein gebuchter Ausflug dürfte der Verkehrssituation allerdings auch wenig entgegenzusetzen haben. Insofern hat man wohl leider die Wahl zwischen Pest und Cholera. Das alles bei extremer Wärme und unverkennbarem Abgasduft. Man merkt, Athen ist uns so nun nicht in bester Erinnerung geblieben, vll. kommt man lieber einmal in der Nebensaison hierher… Das Wichtigste hatten wir ja aber gesehen, Haken dran.

Unser Schiffsabend verlief dann wie üblich. Ein nettes Abendessen im Alizar, eine gute Show und ein Abschlussgetränk an der Tankards Beer & Whiskey Bar. Insgesamt zumindest ein – ehem – interessanter Tag! 😉

 

 

Ein Gedanke zu “How to (not) get around in Piräus/Athen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s