Warum uns Santorini, Griechenland aus der Entfernung viel besser gefällt…

Am 5. Tag blieben wir in Griechenland und besuchten die Insel Santorini, ja die mit den blauen Kuppeln aus der Urlaubswerbung. Zu diesen blauen Kuppeln muss man aber erst einmal kommen, denn um zum Hauptort Fira zu gelangen sind 300 Höhenmeter zu überwinden… Zu Seilbahn, zu Esel oder zu Fuß. In jedem Falle, ein großer Spaß. Ehem.

Vor Santorini liegt man auf Reede, d.h. es wird nicht angelegt, sondern das Schiff liegt in der Bucht und man tendert mit Booten in den kleinen Hafen unterhalb von Fira. Problematisch wird dies zunächst auf dem Schiff, wenn knapp 2500 Menschen gleichzeitig von Bord wollen. Auf der Jade hieß es daher ganz simpel, Nummer ziehen gehen. Vorrangig werden natürlich die Leute herunterbefördert, die einen Ausflug gebucht haben, danach gilt aber, wer zuerst kommt, malt zuerst. Auch wir krochen heute etwas früher aus der Koje, holten uns eine Nummer und gingen dann in Ruhe frühstücken bis wir aufgerufen wurden.

Im Hafen angekommen, tat sich das nächste Problem auf. Wie kommt man bitte da oben hin? Steil über uns lag Fira. 300 m darunter standen wir und mit uns mehrere Hundert Menschen, denn nicht nur die Norwegian Jade hatte sich in der Bucht eingefunden, auch die Vision of the Seas von Royal Caribbean und die MSC Orchestra waren angerückt und spuckten fröhlich Touris aus. Und besagte Touristen bildeten nun eine Schlange vor der Seilbahn, welche nach Fira hinauffährt. Wartezeit großzügige 2 Stunden +.

Einigermaßen überzeugt von unserer jugendlichen Fitness wandten wir uns dem kopfsteingepflasterten Weg zu, welcher in Schlangenlinien an der Steilküste nach oben führt. Das schaffen wir doch wohl oder? Also los ging es, bei frühmorgentlichen 25 Grad setzten wir zu unserer Wanderung an. Und es wurde tatsächlich ein wahrer Kraftmarsch.

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Schon unten am Beginn des Aufgangs stehen sie, die Eselführer. „Donkey? Donkey?“ So gehts es im Prinzip die gesamte Zeit über, unten im Tal, in der Mitte, wenn die Esel an einem vorbeiziehen und oben zur Sicherheit noch einmal (?!). Wir verzichteten. Den guten Geruch bekommt man schließlich auch kostenlos und es hat mich noch 2 Tage später gejuckt, sodass wir kurzfristig den Eindruck hatten, auch einen Floh umsonst mitgekriegt zu haben. Auch der Tierschutzgedanke hielt uns davon ab, uns einen dieser Flohteppiche zu mieten, denn es schaute nicht gerade nach einem entspannten Maultierleben aus.

Immer wieder machten wir Zwischenstopps aber es war schon echt richtig anstrengend. Die Wärme und der Mief machten es nicht besser und als wir endlich oben angekommen waren, waren wir einigermaßen durchgenässt. „Der Tag in Santorini“ ist ein geflügeltes Wort bei uns geworden für man schwitzt sich absolut doof und dämlich… 😉

Völlig unverständlich war für uns, dass wir im allerersten Laden eine Literflasche kaltes Wasser für 0,50 EUR kaufen konnten. Da frage man sich noch einmal wo die Finanzkrise in Griechenland herkommt. Wir hätten nen Zehner hingelegt in unserem Zustand!

In Fira angekommen, machten wir erst einmal eine Ortsbegehung bis wir in einer Verfassung waren, in der man auch einen Laden betreten konnte. Läden gibt es hier übrigens genug, fast schon ausschließlich möchte ich sagen. Shoppen scheint hier die Hauptbeschäftigung zu sein und in den unzähligen kleinen Lädchen kann man sich ordentlich ausleben. Dabei gibt’s vor allem Schmuckläden, denn das kaufen die Amis gern. Wir hielten es zumindest nach dem Motto, gucken kostet nix, und schauten uns reichlich um, bevor wir uns ein kleines Café für einen ausgedehnten Zwischenstopp suchten. Wir mussten uns erst einmal mental und optisch sortieren.

Von Fira kommt man bequem mit dem Bus in andere Orte der kleinen Insel, etwa Oia, ein beschauliches Künstlerdorf und Ursprungsort all der hübsche Werbefotos von Santorini mit den blauen Kuppeln. Die Bushaltestelle findet man etwas rückwärtig im Ort. Nach etwas Überlegung sahen wir aber davon ab, noch irgendwo anders hinzufahren, da wir auch hier wieder einen Rückweg einzuplanen hatten und die Schlange an der Seilbahn nach unten wuchs im Laufe des Tages so beständig an wie die am unteren Ende abnahm. Wir würden wohl wieder den Eselweg nehmen müssen… Und wussten wir wie verlässlich der Busfahrplan hier war? Kurzum, wir waren gleichermaßen Schisser wie faul. Die Lust, noch richtig was zu sehen, war uns ehrlich gesagt auch vergangen.

Wir verlegten uns daher lieber darauf, ein paar Urlaubsmitbringsel zu besorgen. Für meine Mama brauchten wir noch ein Geburtstagsgeschenk und vll. fiel ja noch was anderes ab…? 🙂 So einfach, etwas zu finden, war es dann aber doch nicht. Die Preise für die weithin feilgebotenen Schmuckstücke waren einigermaßen happig. 80 EUR für ein Silberarmband im griechischen Design? Marktangemessen vielleicht aber kein Urlaubsschnäppchen. Wir waren erneut ernüchtert, kauften nach gefühlt stundenlanger Suche dann einfach einen Kühlschrankmagneten mit einem griechischen Herren drauf („Irgendwas müssen wir mitnehmen!“) und gingen dann wieder Richtung Eselweg.

Hier versperrte man uns nun den Weg und verlangte Wegzoll – wenn wir keinen Esel mieten. Bitte? Unbeeindruckt und recht stinkig schoben wir uns durch die Eselvermieter und wurden zum Glück nicht weiter belästigt. Merke: Nicht irritieren lassen! Die Zeit von Wegelagerern ist vorbei. Wirtschaftlich wäre es da sicherlich sinnvoller mehr Geld für Wasser zu verlangen…

Zurück auf dem Schiff war der erste Stopp das eigene Bad, erst einmal duschen. Lange duschen. Danach ging’s zurück aufs Deck, den Flüssigkeitsverlust ausgleichen und nach Fira raufschauen. Aus der Entfernung ist Santorini ja ganz hübsch… Für zukünftige Kreuzfahrtstopps schworen wir uns aber entweder früh aufzustehen, um die Seilbahn nehmen zu können oder es bei der Betrachtung aus der Ferne zu belassen. Der Eselweg hat uns das erste und letzte Mal gesehen! 🙂

Nach unserem Aperitif war es Zeit für das Abendessen, heute zur Abwechslung mal im „Grand Pacific“. Schon instinktiv sitzt man hier etwas gerader. Vll. weil der Kellner einer hier stärker im Auge behält, natürlich nur aus Service-Gesichtspunkten. Hier nimmt man sich sogar die Zeit, einem den Stuhl ranzurücken, die Servierte auf den Schoß zu legen und das Wasser nachzuschenken. Wir waren beeindruckt aber auch ein wenig eingeschüchtert. Butlerdienste und Service-overkill sind nicht so unseres, wir bleiben lieber Teil der anonymen Masse. Es sollte daher unser einziger Besuch bleiben – das „Alizar“ passte einfach besser zu uns.

Das Stardust Theater unterhielt uns dann heute mit einer Gesangsshow der Musicaldarsteller und in der Martinibar unterhielten wir uns dann später selbst bis wir von den Anstrengungen des Tages niedergerafft wurden. Liebes Griechenland, es wird wohl ein wenig dauern, bis wir wieder mal wieder reinschauen…

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