Beeindruckende Landschaften auf der Vulkaninsel Lanzarote

Das Schiff hatte über Nacht in Arrecife gelegen und wir bekamen heute Gelegenheit, die Insel bei Tageslicht zu erkunden. Dazu hatten wir wieder einen Ausflug gebucht, wir würden Vulkan-wandern – naheliegend auf der Insel Lanzerote, welche für ihre Vulkanlandschaften bekannt ist. Der Tag heute sollte also wesentlich weniger touristisch ausfallen als der vergangene – das klappte aber leider nur fast.

Los ging’s am Morgen nach einem schnellen Frühstück. Wir stiegen in den Bus und unser Reiseführer erklärte uns zunächst einmal, was uns jetzt erwarten würde, denn Fakt war, es würde Gewitter geben. Der Ablaufplan wurde daher geändert und wir würden erst wandern und danach das Besucherzentrum des Timanfaya Nationalparks besichtigen. Wir fuhren also auf mehr oder weniger direktem Weg zum Vulkan, dem Caldera del Cuervo, welcher am Rande der „Montañas del Fuego“, den Feuerbergen im Westen der Insel gelegen ist.

Dabei bekamen wir einen Eindruck von der Insel, die ganz wesentlich von dem lanzeroter Künstler César Manrique geprägt wurde. Dieser erreichte es durch seine Beziehungen, dass die traditionelle Bauweise bis heute weitgehend gewahrt wird. Daher sind nahezu alle Häuser auf der Insel weiß gestrichen und nicht höher als 2 Stockwerke. Der Einfluss von César Manrique ist auf der ganzen Insel zu spüren, so passierten wir auf unserer Busfahrt auch das von Manrique entworfene Windspiel bei Tahíche, das an der Stelle steht, an welcher er 1992 bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Auch am Bauerndenkmal, dem „Monumento al Campesino“, das zu Ehren von Marique errichtet wurde, kamen wir vorbei. Beeindruckend waren auch die Lavafelder sowie die ungewöhnliche Optik der bodennahen, kreisförmigen Weinrebstöcke.

Unsere Wanderung war sodann tatsächlich weitgehend trocken. Vom Busparkplatz aus ging es über die recht trostlosen Lavafelder hin zum Caldera del Cuervo, einen der wenigen Vulkane deren Inneres man erkunden kann. Die Gegend noch weiter im Westen wird noch als teilweise aktiv eingestuft und ist für Besucher nicht zugänglich. Hier kam es ab dem Jahr 1730 für 6 Jahre lang zum Ausbruch von dutzenden Vulkanen, wobei mehrere Dörfer und der fruchbarste Teil der Insel zerstört wurden. Immer wieder erhoben sich neue Vulkane aus der Erde, wie es beeindruckende Augenzeugenberichte des Pfarrers von Yaiza von damals schildern. Der letzte Vulkanausbruch auf der Insel fand 1824 statt – seitdem herrscht Ruhe. Erst einmal. Wir würden heute aber sicher und wohlbehalten beeindruckende Fotos machen und auch eine sog. vulkanische Bombe, einen runden Pyroklast, der bei einem Ausbruch hinausgeschleudert wurde, begutachten können.

Kurz bevor wir wieder am Bus waren, setzte das erwartete Gewitter ein und wir waren mittelschwer durchnässt als wir das Besucherzentrum erreichten. Hier konnte man interaktiv erleben, wie sich ein Vulkanausbruch anfühlte und ein paar andere Fakten über Vulkane erfahren. Das ganze hätte allerdings lediglich 20 Minuten gedauert, wir hatten aber noch einiges an Zeit über wegen des Regeneinbruchs. Unser Guide entschied daher, dass wir noch einen Abstecher im Restaurant am „Monumento al Campesino“ machen könnten. Hier bekam die ganze Sache einen Kaffeefahrt-Touch und wir vermuteten, dass da vll. eine Provision für unseren Guide drin war. Das Restaurant kam uns doch arg touristisch vor, im Keller war bereits für kommende Reisegruppen für das Mittagessen eingedeckt. An der Theke konnte man dann lanzeroter Wein erwerben oder kurioserweise auch Milka-Donuts. Wir waren dankbar, als es endlich wieder zurück zum Schiff ging.

Dort war gerade das Mittagessen in vollem Gange und wir plünderten das Buffet im Ankelmannsplatz, bevor wir uns für den Nachmittag auf unseren im Vergleich zum Deck weniger zugigen Balkon zurückzogen. Da auch am Nachmittag noch Ausflüge stattfanden, war das Schiff halbleer und es wurde in Sachen Entertainment praktisch nichts geboten.

Aufgrund des späten Mittagessens, planten wir ein spätes Abendessen und schauten um 18 Uhr erst einmal das Ablegen. Danach nutzten wir die Gelegenheit der Stunde und nahmen einen Aperitif in der noch recht leeren TUI Bar. Erst gegen 20 Uhr bemühten wir uns um einen Tisch im Atlantik – Klassik und hatten Glück. Ansonsten hätte man uns zum Warten ein Pieps-Vibrierding gegeben, das war aber nicht nötig, wir bekamen einen schönen 2er Tisch am Fenster und konnten die Lichter Lanzerotes in der Ferne sehen. So blieben wir heute bis zum Schluss im Restaurant, die Show konnten wir abermals knicken aber wir trauerten auch nicht allzu doll. 😉

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