Unsere Casablanca-auf-eigene-Faust Tour

An unserem dritten Tag fand der wohl exotischte Stop unserer Reise statt, Casablanca in Marokko. Der Name der Stadt geht auf die portugiesische Besatzungszeit im 16 Jh. zurück. Die Portugiesen tauften den vormals Anfa genannten Ort in Casa Branca, das weiße Haus. Daraus wurde durch die Spanier später Casablanca. Zwar gibt es auch eine arabischen Namen für die Stadt, al-Dār al-bayḍā, international ist Casablanca aber sehr viel bekannter. Wir würden dann heute mal schauen, ob wir denn auch viele weiße Häuser finden auf unserem eigenen Trip durch die marokkanische Stadt! 😉

Casablanca ist die größte Stadt Marokkos. Wir hatten uns heute also was vorgenommen aber wie auch auf dem Rest der Reise waren uns die Preise von NCL für die Ausflüge etwas zu teuer und die Auswahl zu beschränkt. Da wir nicht wussten, wann wir mal wieder in Casablanca halten würden, wollten wir uns schon einen guten Eindruck von der Stadt machen und das nicht nur vom Bus aus.

Wir lagen in Casablanca im Industriehafen. Da wir vorab online geschaut hatten, wie weit es zu Fuß in die Stadt sein würde (knappe 2 km), schlugen den Transfer von NCL für $15 pP in den Wind und zogen los. Leider war es uns nicht gestattet den Hafenausgang unmittelbar vor dem Anleger zu benutzen. Warum konnte uns der gute Sicherheitsmann nicht sagen, er wies lediglich auf die Straße die rechts an einer großen Mauer entlangläuft. In etwas trostloser Umgebung wanderten wir also hier etwa 15 Minuten lang bis zum Hafenausgang direkt neben dem Hauptbahnhof. Etwas abenteuerlich aber machbar.

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Hafenstraße

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Hafenstraße

Nachdem wir den Hafen verlassen hatten, waren wir allerdings nicht viel erbauter. Die Straßen waren auch hier in recht schlechtem Zustand, es war einigermaßen schmutzig und man konnte die Abgase der vielen Motorroller auf der Zunge spüren. Wir hatten uns aber vorgenommen an der alten Medina entlang zur Hassan II Moschee zu laufen und so ein bisschen was von der ursprünglichen Stadt zu sehen. Wir nahmen versehentlich noch einen etwas größeren Schlenker, da nirgens Straßennamen stehen (nicht, dass wir arabisch könnten) und man so leider recht leicht die Orientierung bei den vielen kleinen Gassen verliert. Am besten man schaut sich ein paar wichtige Landmarks vorab auf Satellitenbildern an… Wir kamen so auch durch ein Wohngebiet und zur großen Brachfläche, auf der die neue Prunkstraße von der Innenstadt bis hin zur Moschee entstehen soll.

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Hotels am Hauptbahnhof

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Häuser am Straßenrand

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Blv. Tahar El Alaoui

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Markt

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Brachfläche

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Wohnhäuser und Moschee

Die Moschee stellt optisch einen drastischen Bruch mit der Umgebung drumherum dar. Den weißen Turm mit den türkisen Mosaikverzierungen, mit 210m das höchste Minarett der Welt, sieht man schon von weitem. Auch vom Meer aus kann man die Moschee gut sehen, denn sie wurde direkt am Wasser gebaut. Fast alle Baumaterialien stammen aus Marokko selbst, wie etwas der Marmor oder der Granit. Lediglich die Kronleuchter und einige weiße Säulen stammen aus Italien. Die Geldmittel für den Bau stammten zu großen Teilen aus nicht ganz freiwilligen Geldspenden, die Moschee steht allerdings auch allen Gläubigen kostenfrei offen. Bis zu 25.000 Menschen können hier gleichzeitig beten. Um die Kälte im Winter und die Hitze im Sommer zu regulieren, kann wahlweise der Fußboden beheizt oder das Dach geöffnet werden. Damit jeder die Gebete versteht, finden sich versteckte Lautsprecher in der gesamten Moschee. Alles ist auf die Mirhab, die Gebetsnische ausgerichtet, die die Gebetsrichtung (qibla) nach Mekka zeigt. Im Keller der Moschee finden sich die Waschräume. Diese dürfen mit Schuhen betreten werden, bei der Moschee ist dies aber nicht gestattet. Bei der Besichtigung erhält man daher ein Beutelchen für die eigenen Schuhe. Der Eintritt kostet 120 MAD, knapp 11 EUR und die Führung, jeweils um 9, 10, 11 und 14 Uhr dauert eine 3/4 Stunde. Insgesamt handelt es sich um ein durchaus beeindruckendes Bauwerk!

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Moschee

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Moschee

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Säulen

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Innenraum

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Innenraum

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Boden

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Mirhab (Gebetsnische)

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Fenster zum Meer

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Waschräume

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Waschräume

Von der Moschee aus gingen wir in Richtung Place Mohamed V im Zentrum Casablancas. Die Straßen und Gebäude wurden auf diesem Weg zusehens gepflegter. Wir passierten erst die (schwer eingerüstete) Cathédrale Sacré Coeur und kamen dann zum Platz, welcher von einem großen Brunnen und gefühlt Hunderten von Tauben dominiert wird. Drumherum finden sich die Stadtverwaltung, das Gericht und die Oper.

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Gericht

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Brunnen und Oper

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Stadtverwaltung

Von hier aus gingen wir die Avenue Hassan II in Richtung Place des Nations Unies von wo aus wir den Blv. Mohammed V bis zum lokalen Markt hinaufschlenderten. Hierbei kommt man an vielen erwürdigen Gebäuden vorbei, die im Baustil ganz offensichtlich französisch beeinflusst wurden. Die innen nicht überdachte Markthalle hingegen wirkt nicht so sehr gepflegt. Dennoch findet man dort viele Restaurants mit lokalen Speisen, allen voran die marokkanische Tajine. Wir hatten zwar keinen Hunger, das Essen sah aber sehr gut aus und auch viele Einheimische aßen hier zu Mittag – immer ein gutes Zeichen. Wir setzten uns aber lieber in ein Café um zumindest einen marokkanischen Minztee und Kaffee zu probieren. Votum, süß aber gut!

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Place des Nations Unies

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Stadthaus

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Stadthäuser

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Stadthäuser

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Eingang zum Markt

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Minztee und Kaffee

Danach machten wir uns langsam wieder auf zurück zum Schiff – wir hatten ja jetzt auch schon über 20.000 Schritte getan – und konnten den Ruf des Muezzin zum Nachmittagsgebet hören als wir uns dort zu einem Kaltgetränk in die Sonne setzten.

Später schauten wir das Auslaufen in der Galaxy of the Stars. Die Sonne ging gerade unter und es ergaben sich hübsche Bilder auf Casablanca und die Hassan II Moschee.

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Sonnenuntergang

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Sonnenuntergang Casablanca

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Hassan II Moschee

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Hassan II Moschee

Die Show an diesem Abend ließen wir aus, da wir ziemlich sicher sind, die Artisten schon von der Norwegian Jade zu kennen. Auch den 50er und 60er Jahre Sock Hop, also die all-abendliche Tanzshow besuchten wir heute nicht, sondern machten erneut ein ausgedehntes Abendessen im Garden Room und hörten zum Abschluss noch ein paar Pianoklänge im Champagne Charlie’s, der fancy Bar mit hübschen bunten Drinks in dreieckigen Gläsern.

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