Schnuppertag auf der MSC Preziosa – Unsere erste Schiffsbesichtigung

7 Kreuzfahrten haben wir nun schon gemacht und das bei 4 verschiedenen Reedereien. Damit kennen wir noch immer nur einen Bruchteil des weitgefächerten Markts. An die Italiener von MSC haben wir uns bisher aber noch nicht herangetraut. Die Bewertungen auf Holidaycheck oder ähnlichen Portalen im deutschsprachigen Raum strafen die Schiffe immer recht merklich gegenüber der Konkurrenz ab mit Weiterempfehlungsraten von im Durchschnitt um die 70%. Das hat uns ein wenig abgeschreckt, denn auch wenn wir öfter auf den Weltmeeren unterwegs sind, soll der wohlverdiente Urlaub ja trotzdem ein schöner werden! Aber 8 oder sogar 14 Tage auf einem Schiff, das einem nachher nicht gefällt? Puh, da kollidiert unsere journalistische Neugier dann doch mit dem Drang nach Erholung, der sich üblicherweise nach ein paar Monaten auf der Arbeit einstellt. Also, dachten wir, schauen wir uns MSC doch einfach mal unverbindlich bei einer Schiffsbesichtigung an! Und so war das:

In Kiel lag an diesem Samstag Ende August neben der AIDAluna

DSC00067

AIDAluna am Ostseekai in Kiel

… und der AIDAaura

dsc00071.jpg

AIDAaura in Kiel

… die MSC Preziosa.

DSC00074

MSC Preziosa am Ostseekai in Kiel

Da wir eh ein paar Tage an der See verbringen wollten, entschieden wir uns für diesen Abstecher und buchten ein paar Wochen im Voraus eine Besichtigung zum Unkostenpreis von 49 EUR. Bis zu 30 Personen können jeweils teilnehmen, es empfiehlt sich daher früh genug zu reservieren, da diese in der Regel ausgebucht sind.


Bevors an die Besichtigung  geht, zuerst einmal ein paar facts zum Schiff:

  • Indienststellung: 2013
  • Fantasia-Klasse (Schwesterschiffe: MSC Fantasia (2008), MSC Splendida (2009) und MSC Divina (2012)
  • Passagieranzahl: 3502
  • Besatzung: 1388
  • Decks: 18 (14 Passagierdecks)
  • Länge: 333,30m – Breite: 37,92m

Um 11:30 Uhr sollten wir uns laut der Email-Bestätigung am Ostsee-Kai einfinden und wurden von einem etwas unwissenden Mitarbeiter erst einmal in den falschen Wartebereich geschickt. Da in unserer Bestätigung etwas von einen Counter für Tagesgäste stand, kam uns das aber komisch wir. Wir sahen uns daher selbst noch einmal um und wurden rechtzeitig fündig. Man hatte den Fehler aber auch bereits bemerkt und suchte die Gäste daher im Terminal zusammen. Das klappte dann auch pünktlich.

Wir erhielten von unserem freundlichen Führer jeder ein Schlüsselband und einen Tagesausweis, den wir bei uns tragen mussten. Bewaffnet mit unseren Ausweisen ging es dann zum Schiff. Wo wir sonst beim Betreten nur die Schiffskarte vorzeigen mussten, wurde heute unser Tagesausweis gescannt und mit dem Perso abgeglichen. Dann dürften wir an Bord und begannen unsere geführte Tour in einem der mittleren von insgesamt 4 Treppenhäusern von wo aus es dann zunächst auf Deck 11 und 12 ging, die verschiedenen Kabinenkategorien besichtigen.


Vorab sei dazu das Konzept von MSC zu schildern: Ganz platt gesagt, gibt es eine Drei-Klassen-Gesellschaft. Jeder Gast bucht eine dieser 3 sog. Erlebniswelten, welche sich naturgemäß im Preis und in den enthaltenen Leistungen unterscheiden:

Die Bella-Klasse ist die niedrigste. Hier sind die Kabinen am kleinsten und man ist der Letzte in der Nahrungskette, insbesondere wenn es um die Wahl der Tischzeiten geht.

Die nächst-höhere Klasse ist die Fantastica, größere Kabinen, vorrangige Tischzuteilung, 24 Stunden Kabinenservice und 50% auf Fitnessleistungen inklusive.

Die höchste Klasse ist dann die Aurea-Klasse mit den größten Kabinen, Spa-Vorteilen, bevorzugter Einschiffung, exklusivem Sonnendeck und am wichtigsten: Premium-Getränkepaket und My Choice Dining, d.h. keine zugeteilte Essenszeit.

Darüber ist nur noch der Himmel bzw. der Yacht Club, der als Schiff im Schiff-Konzept promoted wird und solch exklusive Leistungen wie eigene Restaurants und Butler beinhaltet. Da wir leider noch nicht an dem Punkt im Leben sind, an dem man Geld über hat, müssen wir spätestens hier passen. Die Führung klammerte diese Teile des Schiffs ohnehin aus, was uns nicht weiter störte.


Zu den Kabinen: Die erste, eine uns als Innenkabine Bella präsentierte Kabine war geräumiger als erwartet. Unser fact-check enttarnte diese im Nachhinein allerdings als Fantastica-Kabine – gebt Leuten keinen Deckplan mit, wenn ihr nicht Gefahr laufen wollt, im Nachhinein entdeckt zu werden, liebe MSC! 😉 Ob eine Bella-Kabine kleiner ist, wissen wir nun also leider nicht. Das Bad war jedenfalls mit Dusche und ausreichend groß.

DSC00089

Fantastica-Innenkabine

Auch die uns gezeigte Aurea-Außenkabine war größer als erwartet, was aber daran lag, dass sich diese ebenfalls entgegen der Aussage unseres Führers nach dem Deckplan tatsächlich als Suite mit hermetisch geschlossenen Panoramafenstern zu erkennen gab. Hier gab es ein Wannenbad (mit Mini-Wanne) und einen so kleinen begehbaren Kleiderschrank, das man eher von einem bestehbaren Kleiderschrank sprechen sollte! 😉 Ausblick war nach vorn, für mich daher aufgrund der Auswirkungen des Seegangs ohnehin raus.

DSC00095

Aurea-Suite

Die letzte war dann einen Balkonkabine Fantastica, die im Prinzip dem allgemeinen Standard entsprach und auch das war für das sie ausgegeben wurde. Der Balkon war ausreichend groß, das Design in Gold etwas knalliger.

DSC00103

Fantastica-Balkonkabine

Nach den Kabinen erwartete uns eine Präsentation zu MSC in der Safari Lounge, einer sehr großen Bar am Heck des Schiffs in durchaus überladenem Safari-Style. Dazu bekamen wir Wasser und Cappuccino aus einer schönen italienischen Siebträgermaschine – Da lassen sich die Italiener nicht lumpen! 😉

DSC00127

Safari Lounge

DSC00129

Safari Lounge

Hier wurden auch alle Fragen beantwortet, die man so haben könnte. Es wurde dabei auch so der ein oder andere fun-fact geliefert, z.B., dass es sich um die einzige Kreuzfahrtreederei handelt, die sich in Familienbesitz befindet und dass alle Schiffe von Sophia Loren getauft werden.

Danach war Essenszeit. Im Golden Lobster waren Tische für uns eingedeckt und wir hatten die Möglichkeit aus der Karte zu wählen und uns am Buffet zu bedienen. Dazu gab es all you can drink, freie Wahl. Wer sich in dieser Stunde also ganz stark reinhängt, kann die 49 EUR wieder rausholen! 😉

DSC00135

Golden Lobster

Von der Qualität des Essen können wir rein gar nicht maulen. Alles sah gut aus und schmeckte klasse. Allem voran natürlich die Pasta aber auch der Rest war gänzlich ohne Beanstandungen. Der Service ging zudem schnell und am Buffet holten wir uns noch ein paar Sachen zum Probieren, etwas Brot und den Nachtisch. Am Tisch saßen wir dann auch mit einem netten Pärchen zusammen und unterhielt uns angeregt über, na klar, Kreuzfahren! 😉

Eine gute Stunde Zeit bekamen wir für die Völlerei, dann wurden die Führung durch die öffentlichen Bereiche fortgesetzt. Unten durch einige Bars und Restaurants…

DSC00106

The Green Sax Jazz Bar

DSC00166

El Dorado Piano Bar

DSC00121

La Locanda Pizzeria

DSC00125

Eataly

DSC00170

Sports & Bowling Diner

… das Casino…

DSC00157

Millenium Star Casino

… das Theater…

DSC00161

Platinum Theatre

… das Atrium mit der berühmten Swarovski-Treppe…

DSC00113

Atrium der MSC Preziosa mit Swarovski-Treppe

DSC00115

Atrium der MSC Preziosa mit Swarovski-Treppe

…hinauf aufs Pooldeck…

DSC00217

Pooldeck MSC Preziosa

DSC00204

Pooldeck MSC Preziosa

… zum Innenpool…

DSC00189

Innenpool MSC Preziosa

… und Fitnessbereich…

DSC00193

Sportfläche

… durch den Spa-Bereich…

DSC00196

Wellness-Bad

DSC00200

Relax-Bereich

…zum Inca Buffetrestaurant und der Eistheke…

… vorbei am aus unserer Sicht schlecht gelegenen Kinderpool unter den Schornsteinen…

DSC00235

Kinderpool

DSC00240

Kinderpool und Rutsche

… und der Disco…

DSC00213

Tanzfläche

… bis wir wahrscheinlich an die Grenze der Aufnahmefähigkeit angelangt waren und so ziemlich alles gesehen hatten. Es verblieb noch der Blick auf Kiel von oben…

DSC00247

Kiel

… und dann war die Zeit auch rum und wir mussten das Schiff wieder verlassen. Im Terminal erhielten wir noch eine Geschenktüte mit unserem 100 EUR Gutschein auf eine Buchung über MSC, einem Luftballon und dem aktuellen Katalog und wurden entlassen.


Unser Fazit?

Optisch top. Die Bars, Restaurants und Kabinen machten allesamt einen guten Eindruck. Auch die anderen Bereiche sind stylisch eingerichtet, großzügig gestaltet und ganz wichtig: sauber. Auch das Essen war wirklich gut, wenngleich wir natürlich nicht wissen, wie es im Echtbetrieb läuft. Bedenken haben wir bei den Erlebniswelten, die uns – ob Versehen oder Absicht lassen wir mal dahinstehen – nicht immer ganz korrekt präsentiert worden sind. Im Prinzip macht für uns aber eh nur die Aurea Sinn. Wir mögen keine festen Essenszeiten und ohne Getränkepaket befürchten wir immer drauf zu zahlen. Der Reisepreis ist damit aber von vorneherein deutlich höher… Eine Abwägungssache und Rechenexempel – und für uns auch eine Frage der Angebotslage! Die Katalogpreise sind uns jedenfalls eindeutig zu hoch.

Die schlechten Bewertungen können wir reflektierend auf Basis unseres kurzen Einblicks nicht nachvollziehen. Es war tatsächlich besser als erwartet und wir werden schauen, MSC zu fahren, wenn wir ein gutes Angebot kriegen. Also, an alle Reiseanbieter: Her mit den Schnappern! 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s