Indoor-Entertainment auf der AIDAblu – ein Seetag mit Blick hinter die Kulissen

Von Venedig aus hatten wir uns am Abend zuvor Richtung Süden aufgemacht. Es sollte der einzige Seetag auf dieser Reise sein und führte uns die Adria hinab bis zur griechischen Insel Korfu. Dabei fuhren wir recht knapp an einem Sturm vorbei, der an diesem Tag über Italien wütete und 2 Tage später nach Griechenland weiterzog. Das Pooldeck war daher jedenfalls ab dem Nachmittag menschleere Zone und wir wurden gut durchgeschüttelt. Da wir ja aber eh nicht zu den Sonnenanbetern zählen und für diesen Tag mehrere Indoor-Aktivitäten geplant hatten, interessierte und das wenig. Und so haben wir unseren stürmischen Tag verbracht:

Wir waren nun zum dritten Mal auf einer AIDA und hatten bisher noch nie eine Küchenführung gemacht aber schon öfter gehört, dass das total interessant sein soll. Für 28,50 EUR wird man dabei durch die Lagerräume und Küchen des Schiffs geführt und erfährt allerlei Wissenswertes. In unserem Fall machte das Tom Gilian, Souschef und aktueller Küchenchef des Gourmet-Restaurants ‚Rossini‘. Zum Einstand gab es erst einmal ein Glas Sekt und ein Set Hygienekleidung zum Überwerfen.

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Küchenführung auf der AIDAblu mit Start im Rossini

Während wir uns also in weiße Stoffmäntelchen hüllten, Schuhüberzieher überstreiften und Haarnetze aufsetzten, erzählte uns Tom, in welcher Reihenfolge wir uns von Deck 3 des Schiffs nach oben durcharbeiten würden. Schnell noch den Sprudel runtergekippt und los ging’s über das Crewtreppenhaus nach unten.

Hier gab es jetzt einen Rundgang durch die unterschiedlichen Räume und jede Menge Infos, von denen wir versuchen, möglichst viele fehlerfrei wiederzugeben! 😉 Fotos durfte man bei der gesamten Begehung leider nicht machen, da es sich um Sicherheitsbereiche handelt, die nicht abgelichtet werden dürfen. Handy und Kameras hatten wir im ‚Rossini‘ lassen müssen.

Jede Woche werden über 20 Tonnen Proviant angeliefert, die auf Deck 3 in die verschiedenen Kühl- und Lagerhäuser verteilt werden. Je nachdem um was es sich handelt, wird natürlich unterschiedlich gelagert. Allein für Obst und Gemüse gibt es 3 verschiedene Kühlhäuser und natürlich weitere Kühlräume etwa für Milchprodukte, Fleisch, Fisch und Getränke. Für Fleisch und Fisch gibt es noch gesonderte Auftauräume, da das Meiste in Containern gefroren aus Hamburg angeliefert wird. Die Bestellungen müssen daher schon mehrere Wochen im Voraus aufgegeben werden. Frisch eingekauft wird auf den lokalen Märkten damit im Prinzip nur für die Bezahlrestaurants. Der Wein, der in den Buffetrestaurants karaffenweise unter die Menschen gebracht wird, wird unter Deck in 1.000 Liter Tanks gelagert – über 9.000 Liter werden üblicherweise auf so einer 7-Tagesreise getrunken (wir schafften es sogar auf über 10.000 Liter…). Täglich werden zudem von den Küchen über 4.000 Eier verabeitet, Crewküche eingeschlossen.

Ein Schlenker führte uns auch in die Vorbereitungsküchen. 3 Crewmitarbeiter arbeiten beispielsweise in der Fleischerei und bereiten das Fleisch vor (z.B. die Mettbällchen zum Frühstück). Weitere Mitarbeiter schneiden Obst oder Gemüse und ein armer Mensch hat die undankbare Aufgabe hauptberuflich Zwiebeln zu schneiden.

Von Deck 3 fuhren wir hinauf auf Deck 9. Hier ist die hot galley, die warme Hauptküche (die cold galley, die kalte Hauptküche, befindet sich auf Deck 10). Hier waren die Mittagessenvorbereitungen im Gange, einiges wurde noch zubereitet, einiges befand ich bereits in den Warmhaltewagen. Hier befindet sich ebenfalls die Bäckerei – alles bis auf Blätterteigteilchen und Laugengebäck wird an Bord frisch gebacken – und der Spühlarbeitsplatz, an welchem die meisten ungelernten Küchenkräfte an Bord starten und sich von dort hocharbeiten können. Damit geht es an Bord recht sprichwörtlich „vom Tellerwäscher zum Millionär“, denn AIDA fährt durch seine Anbindung an die Carnival Corporation ein amerikanisches Karrierekonzept: Wer sich reinhängt kann was werden, wer mit der Position zufrieden ist, bleibt eben dort.

Der letzten Stop führte uns in die kleine Küche des ‚Rossini‚ auf Deck 11. Hier arbeiten 6 Köche unter Leitung des gerade einmal 29-jährigen Tom und zaubern filigrane Leckereien. Wie gut das Essen dann im Ergebnis ist, sollten wir ja noch selbst erfahren aber so viel sei gesagt: die wissen, was die da machen! 🙂

Im ‚Rossini‘ gab es dann zum Abschluss noch ein paar Canapés mit Schwarzbrot und einen AIDA Kräuterlikör zum Mitnehmen. Nachdem alle Fragen sehr freundlich, professionell und ausführlich von Tom beantwortet wurden, war der kleine Einblick dann abgeschlossen und wir waren sehr zufrieden mit unserem Abstecher hinter die Kulissen. Auch wir können sagen, dass es wirklich total beeindruckend war, zu sehen wie viele Menschen mit welchem Aufwand sich 7 Tage die Woche ohne einen freien Tag mit Schichten von durchschnittlich 12 Stunden dafür ins Zeug legen, dass wir an Bord gut verpflegt werden! Und das noch mit einem Lächeln, Respekt und Hut ab für den Einsatz!!

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Canapés und AIDA-Kräuterlikör

Wir hatten bisher noch kein Frühstück gehabt und holten dies nun erst mit einem Starbucks Caramel-Macchiato zu einem Starbucks-Preis nach…

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Starbucks Caramel Macchiato

… und trafen uns im Anschluss mit der Familie zum Frühshoppen im Brauhaus. An einem Stand konnte man sich Linsensuppe und Weißwurst holen, später gab es dann Hähnchen und auch eine Runde Freibier.

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Frühshoppen mit Probier-Bier

Den Nachmittag verbrachte ich auf dem Balkon in der Hängematte, bis das Wetter zu stürmisch wurde…

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Hängematte in der Sonne

… dann schauten wir – fast schon eine Tradition – die Kunstauktion, eine von 3 Gelegenheiten auf dieser Reise. An der 2 für 1 Mai Tai Aktionstheke hatten wir dann aber kurz vor 5 Uhr Pech; genau als Basti an der Reihe war, erklärte der Kellner, dass die Theke jetzt schließt…

Auch beim Abendessen hatten wir wenig Glück. Ein Tisch für unsere gesamte Reisegruppe war nicht zu kriegen, da an diesem Tag die Außenplätze wetterbedingt wegfielen. Basti und ich aßen daher heute nur zu zweit im ‚Bella Donna‘ mit Blick auf einen stürmischen Sonnenuntergang.

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Sonnenuntergang vorm Sturm

Die spätere Show der AIDA Stars war aus unserer Sicht auch eher durchwachsen. Wir hatten bisher nur 14-tägige Reisen mit AIDA gemacht und waren zunächst einmal verwundert, dass es statt 6 nur 4 Sängerinnen und Sänger waren (auch die Tänzerinnen und Tänzer waren anscheinend 2 weniger). Das machte aber in Anbetracht der reduzierten Anzahl an Shows Sinn. Auch hier waren wir aber etwas enttäuscht. Bei den Jungs kam stimmlich irgendwie nicht sooo viel rum und zumindest bei der einen Sängerin merkte man schnell, dass Musical ihr total lag, Pop wohl aber weniger. So deutete sich an, dass uns das Entertainment nicht so begeistern sollte, wie auf unseren vorherigen Reisen mit AIDA.

Das Interview des Entertainment Managers mit dem Kapitän im Anschluss war zwar auch unterhaltsam, wirkte aber stellenweise irgendwie unfreiwillig komisch. Beide waren erst kurz zuvor aufs Schiff gekommen und die Chemie schien nicht so richtig zu stimmen. Einige der Fragen des Entertainment Managers irritierten den Kapitän sichtlich und wurden dann für den Reisefilm auch passiger zusammengeschnitten.

Zu guter Letzt wurde dann noch das Alpenglühn vom Pooldeck in die AIDA Bar verschoben, sodass dort an diesem Abend nicht die Liveband spielte und wir uns stattdessen eine andere ruhige Ecke für einen Absacker suchten und ein paar Karten schmissen. Wir können uns schließlich auch selbst beschäftigen! 😉

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