Auf der Überholspur: Eine Kreuzfahrt nach Doha, die Hauptstadt von Qatar

An Tag 2 brachte uns die AIDAprima pünktlich zu unserer ersten Destination: Doha. Die Hauptstadt des Qatar (oder auch Katar) ist bisher noch relativ weitgehendes Neuland im Kreuzfahrtbusiness. Sucht man nach Infos zu diesem Kreuzfahrthafen, findet man kaum etwas. Für AIDA war es auch tatsächlich das erste Mal, das hier angelegt wurde – wir waren soz. der Jungfernanlauf! 😉 Weitere Stops für das laufenden Winterprogramm sind aber geplant und Qatar beabsichtigt insgesamt, den Tourismus in diesem Feld aufzubauen. Für alle, die also noch Infos zum Hafen und möglichen Ausflügen brauchen, bringen wir mal ein bisschen was aufs digitale Papier und hoffen, damit vll. dem ein oder anderen etwas weiterhelfen können! Das war unser Tag in Doha:

Früh am Morgen begrüßte uns ein wunderbarer Sonnenaufgang, den ich versuchte, von der Lanai Bar möglichst gut einzufangen. Dazu gab es schon einmal einen Frühaufsteher-Kaffee aus der Weiten Welt.

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Sonnenaufgang vor Qatar

Das Schiff legte an diesem Morgen pünklich um 9 Uhr an und kurz zuvor meldete sich unser freudlicher Kapitän Przemyslaw Kurc, den wir schon von unserer allerersten Reise mit der AIDAsol aus der Südostasien kennen, mit den täglichen Infos zum Hafen. So wussten wir schon in etwa, was uns hier erwarten sollte: schwerreicher Wüstenstaat mit Hang zu neuen architektonischen Höhen. Nunja, so war das ja irgendwie bei all unseren Anlegehäfen! 😉 Wir würden nach dem fixen Frühstück im weniger überlaufenen Marktrestaurant sehen, was uns erwartete. Aus der Entfernung sah man in der diesigen Wüstensonne jedenfalls schon, was in den letzten 15 Jahren hier aus dem Sand gestampft worden ist: die Skyline des neuen City Center im Stadtteil West Bay.

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Skyline von Doha

Entschieden hatten wir uns heute für eine Rundtour mit dem Hop-on Hop-off Bus, hier Doha-Bus genannt.

Zwar gehen Taxis auch immer recht gut im Orient, wir wollten uns aber einen Überblick verschaffen und das kam uns als das beste Preis-Leistungsverhältnis vor. Die Sehenswürdigkeiten in Doha sind recht weit gestreut!

Zugegeben, knapp 50 EUR pP sind auch kein Schnapper, die AIDA-Ausflüge waren aber im Schnitt ungewöhnlich teuer, obwohl oftmals dieselben Stop enthalten waren wie in der Busrundfahrt erreicht werden konnten. Für das Sightseeing vor Ort kam damit nur diese Variante für uns in Betracht.

Weitere Ausflüge sind ins Umland möglich, etwa zu Städten und Festungen im Inland, zur Kamelrennbahn, verschiedenen Museen oder anderen kulturellen Einrichtungen. Vieles davon war aber auch teurer als sonst üblich bei AIDA. Eine Wüstensafari wurde bspw. für knappe 140 EUR angeboten und soll sich nicht gelohnt haben, da man eben (wer hätte es erwartet) hauptsächlich Sand zu sehen bekommt – so ein Paar mit dem wir während der Reise im Restaurant zusammensaßen. Man sollte also gut überlegen, was man sich von einem Ausflug hier erwartet. Naturliebhaber sollten ihre Ansprüche auf der gesamten Reise etwas herunterschrauben – Sand und Steine prägen hier die unberührte Landschaft.

Wer sich gänzlich allein bewegen will, der muss aber dennoch auf den Shuttlebus zurückgreifen, der einen zum Hafenausgang bringt. Der gesamte Hafen ist derzeit eine Großbaustelle, da geht zu Fuß tatsächlich einfach nicht. Wenn wir das richtig gesehen haben, stoppen die Busse in der Nähe des Souq Waqif.

Unsere Rundfahrt startete jedenfalls direkt am Schiff und führte vorbei am Museum für Islamische Kunst und dem Souq Waqif, den wir später noch besuchen wollten, entlang der Corniche (übliche Bezeichnung für die Uferpromenade).

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Museum für Islamische Kunst

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Museum für Islamische Kunst

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Dhau-Boote vor der Skyline von Doha

Ebenfalls an der Corniche gelegen, gegenüber vom Souq Waqif liegt der Amiri Diwan Palace, der Verwaltungssitz des Emirs.

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Amiri Diwan Palace

Im Norden der Corniche beginnt der Stadteil West Bay. Die Hochhäuser, die hier stehen sind nicht einfach nur Hochhäuser. Viele sind architektonische Highlights. In diesen beeindruckenden Neubauten sind auch viele Ministerien des Staates unterbracht. Obwohl Qatar vom Emir regiert wird und damit grundsätzlich monarchische Züge hat, besitzt die Regierung einen Verwaltungsunterbau und der ist äußerst schick untergebracht.

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Al Bidda Tower und World Trade Center Doha

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Doha Tower (links) und andere Hochhäuser

Der nächste mögliche Ausstieg befindet sich am Katara Cultural Village, ein Kulturzentrum, in dem Museen, eine Oper, ein Kino, ein Amphitheater und jeden Menge Läden zusammengefasst wurden. Hieran sieht man auch anschaulich wo Qatar hin will. Die Ölreserven sollen nur noch wenige Jahre reichen, derweil ist Qatar bestrebt sich zu einen Kultur, Bildungs- und Sportzentrum herauszuputzen. Die anstehende Fußball-WM in 2022 mit dem Neubau mehrerer Megastadien ist ein weiterer Schritt in diese Richtung.

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Katara Moschee

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Katara Cultural Village

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Katara Cultural Village

Wir passierten dann die Zig Zag Towers

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Zig Zag Towers

…und gelangten zur künstlichen Insel ‚The Pearl‘. Diese Inselwelt wurde auf einem ehemaligen Riff errichtet und trägt dem Namen nach der Geschichte Qatars als ehemalige Nation der Perlentaucher Rechnung. Über Jahrhunderte war Qatar das Zentrum für Perlenhandel bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts gezüchtete Perlen aus Asien die in diesen Gewässern ertauchten auf dem Markt verdrängten. Glücklicherweise wurde bald darauf das Öl entdeckt, was Qatar bekanntlich noch größeren Wohlstand einbrachte.

Umgeben von weiteren Wohn- und Geschäftsgebäuden wurden hier 2 kreisrunde Gebäudekomplexe errichtet, die jeweils einen großen Yachthafen umgeben. Aus der Luft soll dies an eine geöffnete Muschel mit einer Perle in der Mitte erinnern. Die Gebäudekomplexe beherbergen Restaurants, Bars und Shops (viele davon Einrichtungsläden) sowie Appartments. Wir machten hier einen kleinen Spaziergang, bummelten ein wenig entlang der Läden und kauften uns einen Eiskaffee – dabei waren wir allerdings fast völlig allein. Obwohl im Hafenbecken wirklich dicke Yachten liegen, fehlten die Menschen dazu. Ob das an der Tageszeit lag oder die Perlenlandschaft noch nicht derart ausgelastet ist, konnten wir aber nicht feststellen.

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Plaza bei ‚The Pearl‘

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Häuser und Yachten

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Promenade von ‚The Pearl‘

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Yachthafen von ‚The Pearl‘

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The Pearl Doha

Wir hatten Glück und bekamen nach unserem kleinen Rundgang wieder fix einen der Busse und setzten unsere Tour in Richtung Große Moschee fort. Die Imam Muhammad ibn Abdulwahhab Moschee wurde in 2011 eröffnet und im traditionellen arabischen Stil erbaut. Ob und wann diese besichtigt werden kann, erfuhren wir leider nicht. Der Bus hielt hier zwar an, es stieg aber weder jemand zu noch aus und auch an der Moschee sahen wir niemanden.

Wer hier einmal reinschauen will, sollte sich vorab im Internet informieren. Wir konnte leider nichts Verlässliches finden.

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Imam Muhammad bin Abdulwahhab Moschee

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Imam Muhammad bin Abdulwahhab Moschee

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Imam Muhammad bin Abdulwahhab Moschee

Wir stiegen dann letztlich am Souq Waqif aus und verbrachten die nächste Stunde mit Gestöber durch die vielen kleinen Gassen, in denen man wohl wirklich alle erwerben kann…

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Laden im Souq Waqif

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Hauptgasse des Souq Waqif

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Restaurants auf dem Souq Waqif

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Laden auf den Souq Waqif

Etwa ab 13 Uhr schließen viele Läden dann bis zum späten Nachmittag!

Wir nutzten die Gelegenheit zum ausgiebigen Mittagessen und gönnten uns jeder ein Manakeesh, das ist dünnes Fladenbrot, in unserem Fall bestrichen mit Creamcheese und Za’atar, einer Creme aus Thymian und anderen Gewürzen und Minzyogurt mit Gurken und Tomaten. Lecker!

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Manakeesh

Am Abend gaben wir uns nach Sonnenuntergang zunächst einmal Mühe die beeindruckend leuchtende Skyline von Doha wackelfrei zu fotografieren…

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Skyline von Doha

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Skyline von Doha

… und schauten später die Rock-Show ‚Addicted to love‘, die uns wirklich gut gefiel und ließen den Abend im Beachclub beim Konzert der Rockkonzert der Band – ebenfalls total klasse – mit einem Farewell-Sekt der in Dubai aussteigenden Gäste ausklingen! Wir hatten ja schließlich keinen Begrüßungssekt erhalten und man muss nehmen, was man kriegen kann! 😉

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